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Im Reich der Urwesen

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Es gibt Dinge, die etwas zutiefst Infantiles ins Erwachsenenleben hinüberführen. Das kann Jazz sein. Aber auch Fußball. Es ist so mit Kreuzworträtseln und Bergsteigen. Der Witz ist, dass man sich die Übertragung, mit der man seine Kindheit zurückholen möchte, selbst aussuchen kann. Es schließt mit ein, dass man auch welche davon vollständig ablehnt. Vielleicht, weil man darin das eigene Sosein als reifendes Früchtchen einfach nicht (wieder-)erkennt.  So ging es mir stets mit Fantasy. Ich habe noch nie eine Runde „Magic: The Gathering“ gespielt oder Rätsel bei „Die Legenden von Andor“ gelöst. Als alle um mich herum „Warcraft“ zockten, flüchtete ich mich in den schrägen Humor von „Dungeon Keeper“ . Ich wüsste nicht, was mich dazu bringen sollte, einen Schmöker über Elfen zu lesen – und so viel ich J.R.R. Tolkien und George R.R. Martin literarisch abgewinnen kann, derartige Geschichten fesseln mich einfach nicht. Sie mögen mich unterhalten, aber sie berühren mich nicht.  Jede Aus...

Achtung: Es wird gleich schön und anstrengend

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Prolog Auf der Liste der Dinge, die meine Eltern scheuten wie der Beamte unbezahlte Überstunden, gehörte immer das Abonnement. Bloß nichts abschließen, man könnte ein Leben lang gebunden sein, ohne je wieder davon loskommen zu können. So vermittelten sie es mir zumindest. Deshalb versuchte ich sie also vergeblich zu überreden, mir die Micky Maus, P.M. oder den Kicker nachhause liefern zu lassen (es reichte dann in Jugendzeiten irgendwann immerhin zur SportBild, auch wenn ich immer noch die panische Vorsicht in Erinnerung habe, die sich in den Augen meiner Mutter abzeichnete, als sie den ausgeschnittenen Aboantrag ausfüllte).  Ich wurde so zwar zum besten Kioskkunden, den man sich vorstellen kann („kaufst du dir jeden Tag ein Heft?“, verspottete man mich auf dem Schulhof), aber spätestens seit dem ersten Zeitungsabo habe ich die eingetrichterte Furcht vor der garantierten Lieferung von bedrucktem Papier eingestellt. Ich habe es nicht bereut - und ein Zeitungsabonnement hat ja noch j...

It's A Mad, Mad, Mad World

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  Es mag wie eine Kapitulation vor den immer mieser werdenden (ökonomischen) Umständen anmuten. Doch in Wahrheit hat sich „Mad“ nur den größten aller Jokes für den Schluss aufgehoben. In dem Moment, in dem die Welt exakt zu jener Parallelgalaxie des Schwachsinns geworden ist, die „Mad“ mit Spott und subversiver Verve gegen die unerträglichen politischen und kulturellen Zwänge des vergangenen Jahrhunderts herbei fantasiert hat, streckt es die Waffen.  In diesem Jahr wird in den USA wohl die letzte Ausgabe des legendären Satire-Magazins erscheinen. Ein langjähriger Mitarbeiter verriet es in einer privaten Facebook-Gruppe, ein Blogger las mit - und nun ist die Katze aus dem Sack. Das lange Zeit auf billigem Papier und ausschließlich in Schwarz-Weiß gedruckte Blättchen zelebrierte mehr als ein halbes Jahrhundert Zoten, delektierte sich an der Lust der Leser, nichts und niemanden zu Ernst zu nehmen. Das kam an. Mehrere Generationen wuchsen mit den skurrilen Onomatopoes...