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Posts mit dem Label "Intellektuelle" werden angezeigt.

Intelligenz und Intellekt

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Es gibt einen Unterschied zwischen Intelligenz und Intellekt. Die Ironie besteht darin, dass die meisten intelligenten Menschen keine Intellektuellen sind und sehr viele Intellektuelle nicht unbedingt einen erhöhten Intelligenzquotienten haben.  Intelligenz bedeutet, etwas verstehen zu können. Intellekt meint eher, etwas verstehen zu wollen. Während also die einen aus etwas schöpfen, das ihnen zur Verfügung steht und von dem sie wissen, dass es einen Wert hat, graben die anderen nach etwas, von dem sie glauben, dass es sie und womöglich andere bereichert.  Das, was Intelligenz hervorbringt, genügt sich selbst, braucht keine Begründung. Das, was Intellekt produziert, bedarf immer einer Bezugnahme auf andere(s).

Stolz und Vorurteil

„Der intelligente Mensch, der stolz auf seine Intelligenz ist, ist wie der Verurteilte, der stolz auf seine große Zelle ist.“ Simone Weil

Invasion der Barbaren

Das intellektuelle Gebrechen der neuen akademischen Mittelklasse ist der grundsätzliche Glaube daran, dass eine Welt möglich sein könnte, in der es keine körperlichen und psychischen Schmerzen, keinen sexuellen Missbrauch, keine erzwungene Unterdrückung von Wünschen, keine Umweltverschmutzung, keine Tierquälerei, keine ökonomische Ausbeutung und auch kein Gefühl der Zurücksetzung mehr gibt. Diese fromm-infantile Vorstellung, die vor allem von den Verheißungen des technologischen Fortschritts angetrieben wird, könnte prinzipiell Nahrung für einen neuen, derzeit noch utopischen Humanismus abgeben. Wäre sie nicht gepaart mit einer erschreckend hedonistischen Haltung, die Kreativität und einen ästhetisierten Lebensstil zur Grundlage des eigenen Handelns macht und damit die meisten Menschen, die dem Zwang der ständigen Neuerfindung des Selbst nicht entsprechen können, in die Depression jagt. Fetisch der Luxus-Mittelmäßigkeit Während sich die so unter Dauerstress gesetzten Erw...

Prinzip Hoffnung

Mit dem Fortschritt kann es jeder halten, wie er will, ausgenommen der Künstler. Das Prinzip Hoffnung mag ein Weltprinzip sein oder auch keines; jedenfalls ist es ein Kunstprinzip. Indem einer Kunst macht, verrät er, dass er mit dem Weltende nicht rechnet. Er gibt sich nicht die ganze Mühe, um einen befristeten Stoff für einen befristeten Verbraucher herzurichten. Würde er mit dem Weltende rechnen, würde er die Sache lassen. Peter Hacks

Entweder - Oder

VS. Tag oder Nacht Eule oder Lerche Weniger oder Mehr BILD oder Schrift FAZ oder Süddeutsche DC oder Marvel Gut oder Böse Lachen oder Weinen Fahren oder Gehen Schreien oder Flüstern Klavier oder Geige Erster oder Letzter Trocken oder Nass Zu Dir oder Zu mir Mann oder Frau Steif oder Schlaff Schlüssel oder Schloss Beatles oder Stones MP3 oder Schallplatte Blau oder Rosa Hoch oder Tief Gebirge oder Meer Süß oder Salzig Ketchup oder Mayo Cola oder Pepsi Vanille oder Schokolade Jacke oder Hose Schlips oder Fliege Pyjama oder N ackt Tintenstrahl oder Laser Rein oder Raus Mann oder Maus Jung oder Alt Samsung oder Apple 110 oder 112 Alles oder Einerlei

Wenn …

Wenn die gerechte Sache unterliegt, wenn die Mutigen erniedrigt werden, wenn in Stollen und Schacht erprobte Männer wie der letzte Dreck behandelt werden, wenn auf Hochherzigkeit geschissen wird und die Richter Lügen glauben und Verleumder fürs Verleumden mit Gehältern bezahlt werden, von denen die Familien eines ganzen Dutzends streikender Bergarbeiter ihr Leben fristen könnten, wenn der Goliath der Polizeimacht mit den blutigen Gummiknüppeln sich nicht auf der Anklagebank, sondern auf der Ehrenliste findet, wenn unsere Vergangenheit entehrt wird und man ihre Verheißungen und Opfer mit ignorantem und bösem Lächeln achselzuckend abtut, wenn in ganzen Familien der Argwohn aufkommt, daß jene, die die Macht ausüben, der Vernunft und jeglichem Appell gegenüber taub sind und daß es keine Instanz gibt, an die man sich wenden kann, wenn dir allmählich klar wird, daß, was immer es an Wörtern im Lexikon geben mag, was immer die Königin sagt oder Parlamentskorrespondenten berichten, welche Beze...

Extrablatt

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Tageblätter in Zeiten des i-Pads Wahrscheinlich wird es in 50 Jahren keine Tageszeitung mehr geben. Oder wenn es sie noch geben wird, dann wird sie als nette Dreingabe für Nostalgiker verkauft.  Schon klar, es ist ganz wunderbar über das i-Pad und alle seine Gespielinnen zu streicheln, um den täglichen Ereignissen hinterher zu spüren. Es fühlt sich gut an, nicht ständig zum Kiosk rennen zu müssen, um informiert zu sein oder kein regendurchnässtes Zeitungspapier vor der Tür aufsammeln zu müssen. Jede unverstandene Textzeile sofort eigenhändig zu überprüfen oder jeden interessanten Inhalt mit Bildern, Klängen und so weiter aufgewertet zu bekommen ist wirklich fantastisch. Aber: Wie kann so ein hübsches elektronisches Gerät den erotischen Kitzel der täglichen Zeitungslektüre ersetzen? Allein der bittersüße Lesezwang, der unweigerlich Spuren hinterlässt, ist gleichzeitig Genuss und Qual. Zerknittert, auseinandergenommen, gefaltet und gewalzt verschwindet das gelesene Bla...

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (Teil 2)

All jene Texte, die noch nicht geschrieben sind...  Etwas darüber erzählen, was es bedeutet, vorn zu stehen (ob vor der Schulklasse, vor einer Fußballmannschaft, vor leeren Rängen, vor Studenten, vor Publikum).  Über wütende Menschen schimpfen - und dabei die Lächerlichkeit der Zornigen bloßstellen.  Vom Computerspielen berichten (von größter Simplizität der Automaten über komplexe, filmähnliche Virtualwelten bis hin zurück zur quatschblöden Smartphonedaddelei).  Endlich einmal die kommunikative Unsitte der ... (drei Punkte) anprangern.  Still und heimlich erklären, warum es möglich ist, Fan des FC Bayern München zu sein.  Schnappschüsse aus dem Glutofen der Pubertät machen (schade, vorbei).  Der femme fragile eine Liebeserklärung machen.  Denkmalpflege für die großartige, sensibelste TV-Serie aller Zeiten betreiben: "Six Feet Under" (und dann auch gleich die beispiellose Komplexität von "In Treatment" beschreiben).  Den stil...

Tagebuch eines Landpfarrers

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Serienjunkies (2)

Über die sogenannten Qualitätsserien Welche Folgen hat es, wenn das Fernsehen am laufenden Band mit Erzählstoffen geflutet wird? Immer mehr Serien verschreiben sich einer progressiven Erzählweise, das heißt, sie erzählen eine Geschichte, die über mehrere Folgen sich fortentwickelt und vom Zuschauer bedingungslose Aufmerksamkeit verlangt. Verpasst er eine Folge, dann findet er vielleicht nie wieder zurück in den Serienkosmos. Hat man sich hier nicht ausgerechnet auch beim trivialen Vormittags- und Vorabendformat der Daily-Soaps und Telenovelas bedient, die wie ein sich endlos weiterspulendes Band keinen Anfang und kein Ende kennen und mit dem Ende jeder Folge einen verzweifelten Cliffhanger setzen, um auch zum nächsten Einschalttermin wieder mit den gleichen Zuschauern rechnen zu können? Oder fallen die von den Autoren geschickt gesetzten Duftmarken und kleinen narrativen Eingangstüren nicht mehr auf, die trotz aller vorwärtsgerichteten Erzählhaltung (gerne auch mit Sprüngen durc...

Serienjunkies

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Über die sogenannten Qualitätsserien Nun hat also auch Breaking Bad – die in den letzten Monaten, vielleicht sogar Jahren am meisten diskutierte US-TV-Serie ihr mit Spannung erwartetes Finale erlebt. Vorhang zu und alle Fragen offen? Wochenweise wurden Spekulationen über das Schicksal der von Bryan Cranston gespielten Hauptfigur Walter White nicht nur in den schnelllebigen Internetforen gestreut, sondern auch im gehobenen Feuilleton diskutiert. Wie konnte es dazu kommen, dass eine TV-Serie, die nicht einmal auf einem prominenten Sendeplatz im frei empfangbaren deutschen Fernsehen gezeigt wird, einen eigenen Internet-Blog auf Spiegel Online haben durfte?  Qualitätsfernsehserien (was für ein eigenartiger Begriff, als hätte es vor dem mit diesem Label bezeichneten Fernsehen keine qualitativ hochwertigen Stoffe gegeben) seien für das 21. Jahrhundert die Erzählform, die der Roman für das 20. Jahrhundert darstellte. Ausgerechnet das Fernsehen, jahrzehntelang für seinen weichge...

Akademische Arbeit

Beobachten, Anwenden, Lehren