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Es werden Posts vom Februar, 2023 angezeigt.

Suche dich nicht zu Tode!

Es gibt Menschen, die verlieren ständig etwas. Oder haben zumindest das Gefühl, dass es so wäre. Sie sind immerzu damit beschäftigt, etwas zu suchen. Die Brille ist verschwunden. Im Kleiderschrank lässt sich das geliebte T-Shirt nicht finden. Der Brief vom Finanzamt scheint verloren. Unabhängig davon, ob sich die vermissten Gegenstände schnell wieder auffinden lassen, kann dies zu einem ungeheuren Leidensdruck führen, der in Familien oder anderen Partnerschaftskonstellationen Wellen schlägt. Denn wer etwas als verschollen annimmt, wird mit in seiner Angst nicht allein bleiben wollen und sucht entsprechend mit grimmig-verzweifeltem Gesicht nach Hilfe.  Das ist für manche, so scheint es, eine nackte, geradezu archaische Panik. Als wäre es tatsächlich zu vergleichen mit der Steinzeitflucht vor einem Mammut, wenn der Autoschlüssel futsch ist. Das ist es natürlich nicht! Und dann kommt der drollige Faktor hinzu, dass diese Sucheritis vor allem jene befällt, die sich um Ordnung bemühen, dene

Ein Sturm wird kommen

Was ist, wenn das 21. Jahrhundert nach einem erdgeschichtlich außergewöhnlich ruhigen Vorjahrhundert ein Jahrhundert der großen Naturkatastrophen wird?

Lohn des Lehrers

In einer von Anerkennung besessenen Welt, in der viele Menschen über den Zustand eines nach ständigem Lob gierenden Narziss' augenscheinlich nicht hinauskommen, hat es ausgerechnet  der Lehrer schwer, die Früchte seiner Arbeit zu ernten.  Meist finden seine Gedankenanstöße, zweideutigen Warnungen oder gut gemeinten Ratschläge erst sehr viel später Anklang im Leben seiner Eleven.  Dann, wenn er ihnen nicht mehr auf die Schulter klopfen kann. Aber auch dann, wenn ihm als Weltenöffner nicht mehr gedankt werden kann.  Der Lohn des Lehrers bleibt die nur auf den ersten Blick karge Erkenntnis, dass es auf dieser Welt nicht allzu viele Wegweiser wie ihn gibt.

Leidiger Trost

„Wenig tröstet uns. Weil wenig uns betrübt.“ Blaise Pascal

Das Lächeln der Rowlands

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Sonnenbrille auf der Nasenspitze,  Verdeckt vor einer gramgebeugten Welt.  Sie schaut in deine Augen, rümpft die Nase  Presst die Lippen fad zusammen.  Quäl’ sie nicht mit deinen Sorgen,  Sie schaut sonst nur immer trüber drein.  Die Zigarette schlecht gerollt,  Das Haar geföhnt und akkurat gewellt,  Der Teint wohl einfach so dahingetupft,  Mühelos und trotzdem fahl.  Schenk’ ihr bloß das Bier nicht nach,  Sie wird damit sofort den Tisch begießen.  Dann wird sie fauchen, später brüllen,  Bis ihr die Kehle matt geworden ist.  Ein andrer hat sich dann schon zu ihr hingedreht.  Er sitzt in deinem Rücken,  Du siehst ihn einfach nicht.  Mit blitzeblanken Augenzähnen  Versucht er sich als stiller Don Juan.  Obwohl du weißt, dass sie derlei Übel  Oftmals genug beiseite sprengt,  Überfällt dich oft, gib’ es nur zu,  Ein heiseres Gefühl von Fremdenzorn.  Immer noch lauscht sie den Tiraden,  Spannt die Wangen, lüpft die Stirn.  Dann

Vorne stehen

Wer vorne steht, ist immer Chef. Nur wer in der Lage ist, vorne zu stehen, kann Chef sein. Wer erst einmal Chef geworden ist, muss vorne stehen bleiben - egal, was passiert.  Chef zu sein bedeutet: Türen stets offen zu halten; als erster Antwort zu geben; Verantwortung bedingungslos zu übernehmen; sich im Konfliktfall immer erst vor seine Mitarbeiter zu stellen; in unruhigen Zeiten für alle sichtbar die Ruhe zu bewahren; als erster zu kommen - als letzter zu gehen; Freundlichkeit nicht nur als Herzensgüte zu verstehen, sondern auch als professionelle Haltung an den Tag legen zu können; Probleme bereits zu antizipieren, bevor sie entstehen; Lösungsvorschläge nur dann zu äußern, wenn sie auf Überzeugung beruhen; bei Entscheidungen eine für alle Umstehenden klare Linie zu verfolgen; eigene Fehlurteile laut und deutlich zu benennen und daraus zu lernen; niemals eigene Fehlleistungen anderen Mitarbeitern anzulasten; Flexibilität nicht nur einzufordern, sondern selbst vorzuleben; Pe