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Prolog

Der Schlüsselbund

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Vieles, was ich über die Kunst des Schreibens und der guten Rede weiß, habe ich von Herrn Schwandt gelernt. Er war ein Deutschlehrer wie aus einer Bildergeschichte von Wilhelm Busch. Einer dieser Gelehrten, die wie eine Eule mit dem Augenaufschlag prahlen, wenn sie Worte wie „Philister“ in den Mund nehmen (um zu sagen: „Das Wort kennt ihr wohl nicht, ihr Schlingel, solltet ihr aber!“). Er bekannte sich auch zu seiner Vorliebe für die teuflisch begabten Humoristen dieses Landes, die er gerne einmal zitierte, selbst wenn es gar nicht passte. Am liebsten mochte er Robert Gernhardt.  Über den Schulflur wandelte Schwandt stets wie ein Flaneur , schaute dabei neugierig nach rechts und links. Wenn ich ihm dort begegnete, fragte er oft: „Was macht das Leben?“ Er interessierte sich. Das kleine Gespräch lag ihm genauso wie das große. Unter sprachlich minderbegabten Schülern war er gefürchtet, und wurde zugleich von jenen, die gerne mit Worten und Gedanken jonglieren, verehrt. Im Sommer gesel...

Spaziergänger

Ich habe mich vor einiger Zeit dafür entschieden, bewusst darauf zu achten, wie die Menschen gehen, um ihnen, wenn sie aus Hetze oder Böswilligkeit auf mich zulaufen, als hätten sie mich nicht gesehen, ohne Anstrengung ausweichen zu können.  Manchmal treffe ich jemanden, der es ähnlich macht wie ich. Aber das ist selten. 

Am Drücker

Was manche Beharrlichkeit nennen, ist für andere Penetranz. 

Liegengeblieben

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Der erste Satz

…wiegt immer schwer.

Agonie des Realen

Der realistische Blick ist womöglich nicht die geeigneteste Perspektive, um die Wirklichkeit zu erfassen. 

Der väterliche Freund

Es gibt im Leben eines heranwachsenden Menschen irgendwann einen Punkt, da reichen die eigenen Erlebnisse und Geistesanstrengungen nicht mehr aus, um ein oder mehrere Probleme zu bewältigen. Eine eigentlich fürs Leben geschlossene Beziehung zerbricht. Die eigenen Eltern wenden sich pikiert oder einfach desinteressiert ab. Das Studium findet kein gescheites Ende. Der Weg zur anständig bezahlten Arbeit, von Traumjob ist gar nicht zu sprechen, erfüllt sich nicht. Die Zahl der möglichen Schwierigkeiten ist Legion. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Menschen, die einem am nächsten stehen, in solchen Problemlagen nicht immer die richtigen Ratgeber sind. Zu sehr mischen sich in ihr Urteil zum Teil unrealistische Erwartungen (Familie), Verblendungen (enge Freunde) oder  sogar Abhängigkeit (Partner). Sollten sich die Schwierigkeiten dann noch mit den Lebenslinien der Liebsten ungünstig verbinden, werden aus Anregungen schnell Drohungen. In solchen Fällen ist oftmals der vä...

Auf dem heißen Blechdach

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