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Prolog

Gefahrenfahrt

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Die Taxifahrerin, die seit mehr als 30 Jahren täglich durch die Nacht fährt und dabei stets mit einem mulmigen Gefühl in ihren Wagen steigt.  Welcher unberechenbare, aggressive Gast könnte als nächstes kommen? Wer wird Ärger machen, wer sieht nur danach aus? Resolut sagt sie, dass sie jeden Angreifer gleich mit ins Grab nehmen würde, zur Not mit ihrem Mercedes als rollender Waffe. Einmal, so erzählt sie, habe sie in den frühen Morgenstunden die Vorstandsvorsitzende eines großen Konzerns chauffiert. Die habe ihr volltrunken auf die Rückbank gepinkelt. Ein Schaden von 500 Euro, der sofort beglichen wurde. Allerdings erst, nachdem die Polizei kam. Nicht das erste Mal in ihrer Fahrtzeit.

Mind Games

Weißt du noch, wie du einmal John Lennon gezeichnet hast? Alle deine Freunde hielten ihn für Harry Potter. Das hat dich sehr empört.

Die Ballade vom Olivenkern

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Wir sind längst daran gewöhnt, dass uns alles ein wenig einfacher gemacht wird: Fisch kommt ohne Gräten daher und gerne paniert, Fleisch am besten ohne Knochen oder gleich ganz ohne Fleisch. Selbst an Obst und Gemüse wird im Labor herumgeschraubt, bis es bei Aussehen und Geschmack mehr unserer Idealvorstellung davon gleicht als der mitunter wankelmütigen, vom Wetter und anderen Wechselwirkungen abhängigen Realität. Natürlich ist es ein längst einforderungsfähiger Genuss, dass all das, was uns täglich wie gebratene Tauben in den Mund fliegt, von den Gefahren befreit ist, die nun einmal die Natur als letzten Grund für etwas erhöhte Konzentration und Geduld ausgelegt hat. Doch eines Tages kommt der Moment, da enthält eine saftige Olive, so schlaff sie auch daherkommen mag, einen verflucht harten Kern. Jeder Zahnarzt kann ein Lied davon singen.

Komposition

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Grundlagen der Liebe

Disziplin, Konzentration, Geduld, Glaube.

Notaufnahme

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Traumstunden in Panama

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Ich hatte Janosch einfach vergessen. Natürlich bemerkte ich hin und wieder seine gepinselte „Wondrak“-Kolumne in der ZEIT . Doch das war für mich irgendwie ein anderer Janosch als jener Wort-Bild-Jongleur aus meinen Kindertagen, der Panama als Sehnsuchtsraum entdeckte und gleichzeitig die Vorzüge gütiger Freundschaften und die Notwendigkeit kleiner Gehässigkeiten im Alltag beschrieb.  Ich fand zu Janosch in der Pandemiezeit zurück. Wie jeder Vater kämpfte ich damit, dass kleine Kinder nun einmal abends oft kein Interesse daran haben, das Entdecken des Lebens für so etwas so Geringwertiges wie Schlaf aufzugeben. Im Bett herrschte damals noch eine Art Pixie-Buch-Diktatur.  Während am helllichten Tag in der Corona-Isolation jeder auch in meinem Heim um sein Recht kämpfte, das zu tun, was getan werden musste, suchte ich nach einem Kinderprogramm fürs Fernsehen, das der animierten Ödnis von „Paw Patrol“ und Konsorten etwas weniger stumpfen Frohsinn entgegenhalten konnte.  Die ...

Kummer

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