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Prolog

Traumstunden in Panama

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Ich hatte Janosch einfach vergessen. Natürlich bemerkte ich hin und wieder seine gepinselte „Wondrak“-Kolumne in der ZEIT . Doch das war für mich irgendwie ein anderer Janosch als jener Wort-Bild-Jongleur aus meinen Kindertagen, der Panama als Sehnsuchtsraum entdeckte und gleichzeitig die Vorzüge gütiger Freundschaften und die Notwendigkeit kleiner Gehässigkeiten im Alltag beschrieb.  Ich fand zu Janosch in der Pandemiezeit zurück. Wie jeder Vater kämpfte ich damit, dass kleine Kinder nun einmal abends oft kein Interesse daran haben, das Entdecken des Lebens für so etwas so Geringwertiges wie Schlaf aufzugeben. Im Bett herrschte damals noch eine Art Pixie-Buch-Diktatur.  Während am helllichten Tag in der Corona-Isolation jeder auch in meinem Heim um sein Recht kämpfte, das zu tun, was getan werden musste, suchte ich nach einem Kinderprogramm fürs Fernsehen, das der animierten Ödnis von „Paw Patrol“ und Konsorten etwas weniger stumpfen Frohsinn entgegenhalten konnte.  Die ...

Wasserfall

Der moderne Mensch wird nicht eher ruhen,   bis alle Badewannen zerschreddert und durch Duschen ersetzt worden sind.

Was in uns ist

„Wenn du das, was in dir ist, zum Vorschein bringst, wird das, was du zum Vorschein bringst, dich retten. Wenn du das, was in dir ist, nicht zum Vorschein bringst, wird das, was du nicht zum Vorschein bringst, dich vernichten.“ Apokryphes Evangelium nach Thomas

Speerspitzen

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Über dem Nadelöhr

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Dein entsetzter Blick, als du sahst, dass dein Pullover längs deiner Schulter einfach so aufgerissen war. Schlechter Stoff, schlecht verarbeitet, dachte ich.  Doch nachdem du für einen Moment die Beherrschung verlorst (und ich vermutete, dass du das Teil nun in die Ecke pfeffern, es vielleicht sogar direkt in den Mülleimer befördern würdest), schnapptest du dir Nadel und Bindfaden und machtest dich mit konzentriertem Blick daran zu schaffen.  Ich setzte mich neben dich und schaute dir, still und beinahe ohne zu atmen, dabei zu, wie du die hauchdünne Schnur in den Fetzen deiner Bluse zum Verschwinden brachtest. Hinein, schnell durchgezogen, festgezurrt, zurück. Noch einmal. Und noch einmal. Bis sich kaum noch sagen ließ, dass dort einmal ein Loch, ein Nichts gewesen ist.  Die Minuten vergingen und du sagtest kein Wort. Als du dein Werk vollbracht hattest und weniger mit Stolz als vielmehr mit dem Gefühl, das Notwendige getan zu haben, zurück hinein in dein ...

Ergriffen

Schönheit begreift nur, wer es nicht nötig hat, zuzugreifen.

Klumpen

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Yes, I'm Your Angel

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John Lennon und Yoko Ono hatten einander als Paar gegenseitig von den Schatten der Vergangenheit befreit (wozu für Lennon auch die Beatles gehörten). Sie lachten gemeinsam, lasen gemeinsam, aßen gemeinsam und liebten sich vor den Augen der Welt. Allem Anschein nach hatten sie auch eine sexuell ausgesprochen erfüllende Beziehung. Warum traf diese Liebe auf so viel Unverständnis, gar Hass bei den Menschen, die John Lennon doch einst ins Herz geschlossen hatten? Viele akzeptierten und verehrten ihn weiter als Musiker, doch den Ehemann und Liebhaber John Lennon verachteten sie. Oder seine Frau. Oder das eigenartige, magische Band zwischen den beiden. Den Menschen war die infantile Vision der Beatles wichtiger als die reife Liebe eines Künstlerpaars.