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Posts mit dem Label "Komik" werden angezeigt.

Helfen statt herrschen

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  Nachdem Charlie Chaplin von den schrecklichen Gräueltaten der Nazis erfuhr, vom Holocaust, von der Verfolgung und Tötung von Minderheiten, von der Vernichtung des politischen Feindes, bat er um Entschuldigung für seinen Film „Der große Diktator“. Er sei der hässlichen Fratze des Schreckensregimes nicht angemessen gewesen.  Mehr als 80 Jahre nach dem Kinostart am 15. Oktober 1940 steht diese gloriose, bissige und dennoch zutiefst humanistische Komödie immer noch als strahlendes Beispiel für eine Kunst, die gleichsam das Tor zur Wahrheit aufreißt und sich dennoch nicht über die Menschen erhebt, die verführt worden sind. Stattdessen wird ihnen mit den Mitteln der Satire und der Offenlegung des Absurden die Hand gereicht.  Ein jüdischer Friseur wird aus Versehen zum Führer Die Geschichte von „Der große Diktator“ ist jedem bekannt, der mehr als einen Schwarz-Weiß-Film im Leben gesehen hat: Diktator Anton Hynkel ist der Anführer von Tomanien und bereitet hinter dem Rücken des...

Zwei Zutaten

„Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?“ Charles Dickens

David Lynch von A-Z: Dumbland

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David Lynch kreierte nicht nur mit „The Angriest Dog In The World” einen genialen wöchentlichen Comic-Strip (der stets aus den selben Bildern bestand und nur eine Variation der Dialoge darstellte), sondern auch eine radikal-minimalistische Zeichentrickserie namens „Dumbland“, die lediglich acht kurze Episoden trug und zunächst auf seiner Website eingestellt wurde.  Mit kruden Animationen zeigt der Künstler hier Situationen aus dem Leben eines typischen weißen Amerikaners des Kleinbürgertums. Vielleicht wurde Lynch als Gesellschaftskritiker immer etwas unterschätzt, weil seine Bilder und Geschichten so suggestiv sind. Natürlich geht es auch hier seltsam, wenn nicht gar vulgär zu. Nachbarn haben Sex mit Enten, es wird eher geschrien als gesprochen, Blut spritzt aus den Köpfen der Figuren und Ameisen spielen eine furchterregende Nebenrolle.

David Lynch von A-Z: Clowns

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Die tragikomische Dimension der Clowns hat Lynch in vielen seiner Filme als Ausgangspunkt verwendet, um unberechenbare Figuren zu erschaffen. Sie eint, dass sie niemals die Motivation ihres Handelns verraten und für den Zuschauer durch ihre groteske, wahnsinnige, aber eben auch komische Art, mit der Umwelt manchmal ganz hilflos in Beziehung zu treten, unterhaltsam sind. Die flirrende Welt des Zirkus und der Jahrmärkte war für Lynch stets Inspiration für seine künstlerische Arbeit, am deutlichsten festgehalten in „Der Elefantenmensch“. Mit seinem selbstständig eingespielten Album „Crazy Clowntime“ und dem dazugehörigen Titelsong samt psychedelischem Video fand er auch noch einen anderen Zugang zu dem Thema.   

The Angriest Man In The World

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Leider fehlt mir das Talent zum Zeichnen. Doch wenn ich einen Comicstrip entwickeln würde, dann könnte er nur ein Thema haben: Wut. Keine Gefühlsregung beherrscht die Menschen in diesen Zeiten so sehr. Überall aufgestellte Nackenhaare, sich blähende Nüstern und puterrote Gesichter. Manchmal braucht es nur ein simples Stichwort und grundgute Kreaturen fahren aus der Haut. Ich weiß nicht, warum das so ist - aber die Omnipräsenz solchen nicht selten hirnlosen Ingrimms birgt erstaunlich komisches Potenzial. Jemand, der seinen Zorn hinausblökt, macht sich immer lächerlich. Egal, ob er nun recht hat mit seiner Raserei oder nicht. Zorn kennt keine Dezenz, er wiederholt performativ stets dieselben Gesten und Geifereien und ist daher immer theatralisch. Das macht ihn verdächtig. Und auf eine abstrakte, tragikomische Art erkenntnisstiftend. In meinem Comicstrip würde es nur einen Schauplatz geben: das ausgesprochen große, gemütlich anmutende Sofa einer kleinen Familie. Auf der linken Sei...

Laut lachend aufgewacht

Einmal träumte Adorno:  „Ich hörte Hitlers unverkennbare Stimme aus Lautsprechern tönen mit einer Ansprache: 'Da gestern meine einzige Tochter einem tragischen Unglücksfall zum Opfer gefallen ist, so ordne ich zur Sühne an, dass heute sämtliche Züge entgleisen.' Laut lachend aufgewacht.“

It's A Mad, Mad, Mad World

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  Es mag wie eine Kapitulation vor den immer mieser werdenden (ökonomischen) Umständen anmuten. Doch in Wahrheit hat sich „Mad“ nur den größten aller Jokes für den Schluss aufgehoben. In dem Moment, in dem die Welt exakt zu jener Parallelgalaxie des Schwachsinns geworden ist, die „Mad“ mit Spott und subversiver Verve gegen die unerträglichen politischen und kulturellen Zwänge des vergangenen Jahrhunderts herbei fantasiert hat, streckt es die Waffen.  In diesem Jahr wird in den USA wohl die letzte Ausgabe des legendären Satire-Magazins erscheinen. Ein langjähriger Mitarbeiter verriet es in einer privaten Facebook-Gruppe, ein Blogger las mit - und nun ist die Katze aus dem Sack. Das lange Zeit auf billigem Papier und ausschließlich in Schwarz-Weiß gedruckte Blättchen zelebrierte mehr als ein halbes Jahrhundert Zoten, delektierte sich an der Lust der Leser, nichts und niemanden zu Ernst zu nehmen. Das kam an. Mehrere Generationen wuchsen mit den skurrilen Onomatopoes...

Zeitenwende: Sequenzen

Mario Barth. Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch. DVD-Begleittext. Sony 2010. Deutschlands erfolgreichster Comedian hat vor mehr als 20.000 Zuschauern in Berlins größter Veranstaltungshalle sein bislang erfolgreichstes Stand-Up-Comedy-Programm ‚Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch!‘ aufgezeichnet, mit 12 HD-Kameras und optimalem 5.1 Dolby Digital Surround Sound. Die größte Paartherapie geht weiter. „…was soll ich sagen: die geilste Stimmung, die ich je hatte. Der Saal hat getobt, das Bühnenbild war der absolute Hammer und die Emotionen sind explodiert. Das war für mich der geilste Auftritt in meiner Karriere! Ich bin so stolz auf meine Fans. ihr seid die BESTEN!“ Interview mit Helene Hegemann in SPEX #328, S. 50. Über einen Blog, den Helene Hegemann mit 13 Jahren erstellte: Das fand ich zu dem Zeitpunkt total stilvoll, zumal ich damals so einen Niedlichkeitskult zelebrierte. Nicht weil ich konkret irgendwelche dämlichen Kinderbuchfiguren gut fand, sondern weil e...