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Keine Angst!

▶︎Fünf Sekunden tief durch die Nase so viel Sauerstoff wie möglich einatmen. Dabei an etwas Schönes, Hoffnungsvolles, Berührendes denken.  ▶︎ Fünf Sekunden den Atem anhalten.  Dabei versuchen, an überhaupt nichts zu denken. ▶︎Fünf Sekunden, oder so lange es möglich ist, durch den Mund ausatmen. Dabei an etwas Schlechtes, Trauriges, Unangenehmes denken. ▶︎ Diese Übung bis zu drei Mal am Tag jeweils zehn Minuten lang praktizieren.

Beruhigung und Befriedung

Zur Überwindung seelischer Schmerzen wird vor allem ein starker Verstand benötigt. Wer der Quelle seines Leidens geistig nicht näher kommen kann, erreicht höchstens Beruhigung, aber nicht Befriedung.

Manchmal haben sie recht

Die Zeit der Alarmisten schlägt öfter als jene der Zuversichtler. Ungeachtet der Tatsache, dass sich viele ihrer Prognosen als falsch und manchmal auch als ideologische Verblendung erweisen, gelingt schon aus Gründen der Wahrscheinlichkeit - der Bedenkenträger ruht eben einfach nicht - immer wieder eine exakte Vorhersage des Unheils. Wie der durchaus unvernünftig hohe Einsatz erst den Glücksspieler wirklich mit einem exorbitanten Gewinn belohnt, so steigert sich das Renommee des Unglückspropheten mit der Schlagkraft der Katastrophe, die vorausgesagt wird. Wer nur vor Wind warnt, wird selten erhört.

Erbarmen

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Gefahrenfahrt

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Die Taxifahrerin, die seit mehr als 30 Jahren täglich durch die Nacht fährt und dabei stets mit einem mulmigen Gefühl in ihren Wagen steigt.  Welcher unberechenbare, aggressive Gast könnte als nächstes kommen? Wer wird Ärger machen, wer sieht nur danach aus? Resolut sagt sie, dass sie jeden Angreifer gleich mit ins Grab nehmen würde, zur Not mit ihrem Mercedes als rollender Waffe. Einmal, so erzählt sie, habe sie in den frühen Morgenstunden die Vorstandsvorsitzende eines großen Konzerns chauffiert. Die habe ihr volltrunken auf die Rückbank gepinkelt. Ein Schaden von 500 Euro, der sofort beglichen wurde. Allerdings erst, nachdem die Polizei kam. Nicht das erste Mal in ihrer Fahrtzeit.

Der Apokalyptiker (1): Fragmentarische Versuchsanordnungen

Michael Haneke ist einer der letzten Vertreter eines aussterbenden europäischen Kinos, das seinen Zuschauern emotional und intellektuell alles abverlangt. Notizen zum Lebenswerk eines radikalen Denkers.  In einem Interview sagte Michael Haneke einmal, dass er sich nicht als glücklichen Menschen bezeichnen würde. Das dürfte die Zuschauer seiner Filme kaum überraschen. Sie haben keine Happy Ends (und trotzdem drehte der in München geborene Österreicher einen Film mit genau diesem Titel). Sie vermitteln vor allem im Frühwerk den Eindruck, kühl inszenierte Versuchsanordnungen zu sein und in der Regel kommen Menschen und Tiere auf grausame Art und Weise zu Schaden.  „Ich tendiere dazu, melancholisch zu sein“, fügte Haneke seiner Feststellung in dem Gespräch an. „Als Melancholiker kann man sich schon recht glücklich fühlen.“ Jene Dialektik, die der Filmemacher für seine eigene Lebensweise behauptet, prägt auch seine durchaus auf mehrere Arten persönlichen Werke, die stark...

Wer lacht, hat keine Angst!

Wer hat Angst…?

Wer hat Angst vor HIV? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Apple? Niemand, niemand. Wer hat Angst vorm Wolf? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Google? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Atemnot? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Islamisten? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Pädophilen? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Nasenbluten? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Spinnengetier? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor dem ersten Kuss? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor ejaculatio praecox? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor dem Staatsbankrott? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor den letzten Gründen? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor einem Schuss ins Herz? Niemand, niemand.

Lauert im Freien die Gefahr?

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Nur ein Beispiel für die Macht irrationaler Ängste: Seit vielen Jahren nimmt die Zeit, die Kinder spielend in der Natur oder wenigstens an der frischen Luft verbringen, dramatisch ab. Die negativen Folgen sind gut dokumentiert und reichen von motorischen Mängeln über Defizite emotionaler Stressbewältigung bis hin zur Neigung, mehr mit Bildschirmgeräten zu machen.  Der Volksmund spricht hier von Teufelskreis, der Psychologe hat auch eine gewaltige Beleglage in die andere Richtung anzubieten.  Das Auseinandersetzen mit äußeren Reizen, das Greifen nach Regenwürmern und Baumrinden, das Schwimmen in Flüssen, das Kicken im Morast und Schlafen unter Sternen mit nächtlichem Mückengebrumm gibt der Gehirnentwicklung einen derart nachweisbaren Schub, dass jede Ersatzfunktion und Bildungsanstrengung, egal ob virtuell oder nicht, dagegen verblasst.  Und warum wird dieser Gewinn, der in der Regel außer Überwindung nicht einmal etwas kostet, so offensichtlich verschenkt? Nun, das Spiele...

Ohne Titel (Studie zur Verzweiflung)

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Sternschnuppenexistenz

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Sie kommen und gehen ungefragt. Sie folgen ihren eigenen Regeln und wissen oft nicht einmal, welche das sind. Sie lächeln in einem Moment unsicher, um im anderen schallend loszulachen. Sie verstecken sich vor dem Lärm der Welt, vor dem grellen Licht, vor fauligen Gerüchen, vor unseligen Berührungen, vor dem rostigen Geschmack des ungefilterten Lebens. Ihnen ist sehr oft nicht wohl zumute. Sie zittern, ohne zu frieren. Sie fiebern, ohne zu schwitzen.  Ihr Glück ist sprunghaft, selten können sie es festhalten. Andere entzünden sie, manchmal ohne es zu wollen. Sie sind ein Geschenk, weil sie ohne Hintergedanken geben (aber auch nehmen können) – doch wehe, man flüstert ihnen ins Ohr, was sie einem bedeuten. Dann flüchten sie, wie sie ohnehin nie Rast machen können. Sie bedürfen eines Schwalls von Einflüssen, aber fürchten sich vor jeder Form der Überreizung. Vertrauen fassen sie nur sehr schwer und sie bleiben selbst dann noch skeptisch, wenn ihre Finger schon in jene der anderen fließ...

What Are You Fighting For?

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What are you fighting for It ain't nothing you ain't had before It ain't nothing, you ain't felt before And still you cry Is there nothing new Is there nothing to inspire you So you found that all your dreams came true And still you cry Time is around now Can't you get back what you've lost somehow Can't you round up all those memories And tell them to breathe There is a future coming up behind And I can feel it but I don't know where it's coming from And I can hold it but I; I cannot see its face And time is out of my hand

Angst und Wut

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Diese Mischung aus Angst und Wut, die schnell verwechselt werden kann mit Verachtung oder Hass, aber die recht eigentlich ein trauriges Kind der Verzweiflung ist. 

Freiheit des Witzes

Wer lacht, hat keine Angst.

Zwei Arten: Sprung ins kalte Wasser

Von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet, gibt es eigentlich nur zwei Arten von Menschen: Jene, die mit einem Kopfsprung ins kalte Wasser hechten und solche, die sich das nie trauen werden.  Die Kopfvoranstürmer haben diesen Weg ins kühle Nass meist schon in sehr jungen Jahren gelernt. Sie würden gar nicht mehr auf die Idee kommen, sich burschikos in den Teich fallen zu lassen. Selbst wenn das Becken nur Zwergengröße hat: Der Kopfsprung symbolisiert Selbstvertrauen und Anmut. Als er erst einmal gelungen war, stellte das dunkle Blau keine Gefahr mehr dar. Und wer so ins feuchte Element gleitet, fürchtet sich auch nicht vor den Petitessen des Alltags.  Die Hineinplumpser hingegen sind alles andere als Wasserratten. Sie schwimmen, ja. Aber sie müssen dafür nicht planschen und wie wild spritzen, wie es meist die Kopfschwinger tun. Sie springen nicht, weil sie Angst davor haben - oder weil sie es lächerlich finden, so ihren Weg ins Wasser zu finden.  Stat...

The Killing Joke (4)

So sehr es den Anschein hat, dass es sich bei der Figurencharakterisierung in Nolans „Batman“-Trilogie um eine offensichtliche Vertiefung im Vergleich zu den Comics handelt, unterliegt der Zuschauer hier einem Fehlurteil. Die Filme arbeiten ganz bewusst mit einer – allerdings klug gewählten – Oberflächenpsychologie, die Figuren ins Zentrum der Handlung stellt, die weder eine im Verlauf der Erzählung erörterte Vergangenheit haben, noch eine Persönlichkeitsentwicklung durchmachen, die nicht bezogen ist auf die Leidens- und Heldengeschichte Batmans. Sollten nicht Details der eigenen Biographie die Motivation eines Gegners des dunklen Ritters erklären, für Zerstörung zu sorgen (wie z.B. bei Bane in „The Dark Knight Rises“), so sind sie nicht von Belang und werden ausgespart. Auch die Verbündeten Batmans (der kauzige Butler und Ersatzvater Alfred Pennyworth, der ernste Commissioner James Gordon, die aufrechte Rachel Dawes, der loyale Lucius Fox) verfügen über keine eigenen nennens...

The Killing Joke (3)

Immer fand sich zwischen dem verzweifelten Bösen in den Batman-Comics und der nüchternen Realität einer Verbrecherwelt hinter den Spiegeln, die mit Gefängnis, Todesspritze oder Waffengewalt in Schach gehalten werden kann, eine Demarkationslinie, die nicht überschritten werden durfte. So düster dieser Fledermausmann auch sein mochte, seine Identität als (Super-)Held leuchtete trotz aller Zweifel genauso hell auf wie das Emblem auf der dunkelgrauen Brust seines Kostüms. Diese Sicherheit – die den Comics identitätsstiftenden Charakter verleiht – wird in der Batman-Trilogie von Christopher Nolan mit unterschiedlicher Gewichtung in den drei Filmen aufgegeben.  Die Mitternachtsvorstellung im Kino in Aurora war ausverkauft. Viele Menschen freuten sich darauf, einige der wenigen zu sein, die den neuen Batman-Film noch vor dem offiziellen Filmstart sehen können. Sie hatten sich mal schräg und mal ernsthaft verkleidet und imitierten ihre Helden. Viele trugen Batman-Capes oder hatten sich...

The Killing Joke (2)

Der frühe Tod Heath Ledgers, der „The Dark Knight“ mit großer spielerischer Leidenschaft seinen Stempel aufdrückt, sollte nicht dazu verführen, die eigentliche Meisterschaft des Films (nur) in der differenzierten Darstellung der allseits bekannten Charaktere zu sehen. Vielmehr fasziniert die Form des Films, die sich geheimnisvoll und konsequent an der gebrochenen Identität ihrer Helden orientiert und deshalb weit über all das hinausgeht, was es bisher in diesem Genre zu sehen gab. Aber es ist höchstwahrscheinlich Ledgers schauspielerisches Vermächtnis, das den Film berüchtigt machte. Man muss Jack Nicholson vor Augen haben, wenn man an Heath Ledgers Interpretation des Jokers denkt. Man muss an die irrsinnigen Verrenkungen denken, die dem Joker in den Comics ins Gesicht fahren. Der Wahn des Jokers entlädt sich in den bunten Bildern immer erst auf den zweiten Blick, wenn ihm schon nicht mehr abgenommen wird, dass er es bitterernst meint.  Dann ist er nicht nur einer der ...

Das Wespennest ist eine Allzweckmetapher

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Bulldoggen

Fletsch!  Diese Viecher. Grobschlächtig. Roh. Winselnd. Treuherzig schauen sie drein. Aber sie haben es immerzu auf die Hände abgesehen. Daher habe ich sie früher nie in ihre Richtung geschwenkt. Der Dackel, dieser fiese Verräter, der mir auf dem Weg zur Schule immer entgegengekommen ist. Bellend. Beifuß!  Sie sind abgerichtet aufs Jagen, Schnappen, Zubeißen, Fressen, Kuscheln, Spielen, Dasein. Sie können nicht allein sein. Traurige Existenz. Sie gleichen den Menschen. Irgendwann werden sie auf zwei Beinen stehen. Schwankend. Vielleicht lernen sie auch einige Worte zu sprechen. Jaulende Buchstaben. Keine Gnade. Nur Herrchen und Frauchen werden geduldet. Und ein paar Streicheleinheiten fremder Hand. Fass!  Vor der Höllenpforte sitzt stolz und auch ein wenig gelangweilt der Zerberus und wartet auf Besuch. Immer wieder fahren sich die drei Mäuler gegenseitig an, als hätten sie für einen Moment vergessen, dass sie auf ewig eine Schicksalsgemeinschaft bi...