Posts

Es werden Posts vom März, 2019 angezeigt.

Lektionen der Liebe

Bild
Als ich jungen Jahren nicht weiter wusste, schenkte mir mein Großvater ein Buch von Erich Fromm: „Die Kunst des Liebens“.
In meinen Träumen hatte sich ein bleichzartes Mädchen um meinen Hals geschlungen und wollte sich auch nicht mehr aus den Schattenspielen der Nacht vertreiben lassen. Meine erste bittersüße Lektion der Liebe: Die Idee von Amor mit den Pfeilen ist kein schlechter Witz. Der Wundschmerz resultiert aber daraus, dass man keinen blassen Schimmer hat, warum das Herz eben genau für jene eine zu pochen beginnt. Und dann will diese Pfeilnarbe auch ein Leben lang nicht mehr heilen.

Die nächste Lektion kam von Psychoanalytiker Fromm. Ich habe sie - genau wie die erste - nie wieder vergessen. Schon mit den ersten Zeilen seines berühmtesten Buchs, „Die Kunst des Liebens“, legte er mir einen Gedanken nahe, der mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal im Albtraum gekommen war: Menschen können unfähig zur Liebe sein, unfähig zur Liebe werden.
Eine ungeheuerliche, radikal von jeder …

You Can't Get What You Want

Bild
Sometimes you start feelin' 
So lost and lonely 
Then you'll find 
It's all been in your mind 

Sometimes you think 

Someone is the one and only 
Can't you see It could be you and me? 
But if there's any doubt 
Then I think I'll leave it out 

'Cause I'll tell you one thing 

You can't get what you want 
Till you know what you want 
Said, you can't get what you want 
Till you know what you want? 

Sometimes you keep busy 

Reaching out for something 
You don't care 
There's always something there 

Sometimes you can't see 

That all you need is one thing 
If it's right, you could sleep at night 
But it can take some time 
But at least I'm here in line 

Cause I'll tell you one thing 

You can't get what you want 
Till you know what you want 
Said, you can't get what you want 
Till you know what you want 


Über dem Nadelöhr

Bild
Dein entsetzter Blick, als du sahst, dass dein Pullover längs deiner Schulter einfach so aufgerissen war. Schlechter Stoff, schlecht verarbeitet, dachte ich. 

Doch nachdem du für einen Moment die Beherrschung verlorst (und ich vermutete, dass du das Teil nun in die Ecke pfeffern, es vielleicht sogar direkt in den Mülleimer befördern würdest), schnapptest du dir Nadel und Bindfaden und machtest dich  mit konzentriertem Blick daran zu schaffen. 
Ich setzte mich neben dich und schaute dir, still und beinahe ohne zu atmen, dabei zu, wie du die hauchdünne Schnur in den Fetzen deiner Bluse zum Verschwinden brachtest. Hinein, schnell durchgezogen, festgezurrt, zurück. Noch einmal. Und noch einmal. Bis sich kaum noch sagen ließ, dass dort einmal ein Loch, ein Nichts gewesen ist. 
Die Minuten vergingen und du sagtest kein Wort. Als du dein Werk vollbracht hattest und weniger mit Stolz als vielmehr mit dem Gefühl, das Notwendige getan zu haben, zurück hinein in dein Kostüm schlüpftest, kam ich für…