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Posts mit dem Label "Leben und Kunst" werden angezeigt.

Ergriffen

Schönheit begreift nur, wer es nicht nötig hat, sie zu ergreifen.

In der Mangel

Ohne Mangel kein Begehren, keine Kreativität, kein Antrieb.

Lob und Tadel

Die Unfähigkeit zum Lob ist auch Ausweis eines fehlenden Qualitätsbewusstseins. Nicht das Ansprechen von Mängeln macht eine kritische Haltung authentisch. Es ist vielmehr das Bewusstsein von dem, was in sich gut und produktiv ist.  Beobachtet ein solcher nach vorne gerichteter Geist eine Leistung, die seinem über lange Zeit gewachsenen Verständnis von etwas Positivem, Gehaltvollem, Andächtigem entspricht, so ist Lob die ganz natürliche Reaktion darauf. Sie platzt geradezu lachend aus ihm heraus. Dies ist völlig unabhängig von anderen Beweggründen oder dem Charakter des oder der Gelobten.  In diesem Prisma ist der zum Kritisieren angehaltene Mensch, ob nun in der Rolle eines Elternteils, als Oberhaupt eines Unternehmens oder als Zeit und Raum beobachtender Schreiberling, gleichsam Enthusiast und immerzu unzufrieden. Auch jede tadelnde Äußerung unterliegt diesem Impuls. Hier entspricht die Kritik nicht dem Wunsch, einer möge der eigenen Meinung folgen, sondern dem Beharren darau...

Alltäglich wunderbar

„Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen“, sagte die amerikanische Schriftstellerin Pearl S. Buck. Der Melancholiker entdeckt hingegen auch im Wunderbaren das Alltägliche.

Verrückt, depressiv und schlecht in Mathe

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Mensch und Welt

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„Je weniger menschlich die Welt ist, desto mehr kommt es dem Künstler zu, an die Beziehung zwischen Mensch und Welt zu glauben und die anderen zu diesem Glauben zu veranlassen.“ Roberto Rossellini 

Alles kann, nichts muss

 Kunst ist ein Möglichkeitsraum, aber kein Verwirklichungsraum.

Viel Lärmen um nichts

Das Musical ist eine parasitäre Kunstform. Es wirft sich gierig auf die großen und kleinen Stoffe der Populärkultur, um ihnen ihre Aura auszusaugen.  Mit jeder Vorführung beklatschen die Zuschauer, ohne es zu ahnen, die längst verdauten Ideen der nach diesem merkantilen Recycling-Prozess nur umso stärker verblassenden Vergangenheit.  Die genialen Momente des Musicals, die es natürlich auch gibt, sind insofern nichts anderes als kunstgewordene Flatulenzen. Und das Musical selbst ist - das macht es nun einmal zum Erfolgsgaranten - glasklare Anti-Kunst, vielleicht nicht im susansontagschen Sinne, aber doch ganz konkret und logisch, weil es Komplexität auf ein Minimum reduziert, Chiffren statt Charaktere anstellt und Klischees hagiographisiert. 

Kampf und Kunst

Leben heißt: dunkler Gewalten Spuk bekämpfen in sich. Dichten : Gerichtstag halten Über sein eigenes Ich. Henrik Ibsen

Wenn die Worte nicht stimmen

„Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte. Wenn das, was gesagt wird, nicht stimmt, dann stimmen die Werke nicht. Gedeihen die Werke nicht, so verderben Sitten und Künste. Darum achte man darauf, dass die Worte stimmen. Das ist das Wichtigste von allem.“ Konfuzius

Geschmacksverwirrung

Guter Geschmack definiert sich weniger darüber, was man im Leben bereits getan, gesagt, gelesen, gesehen, gehört oder angeschafft hat. Vielmehr äußert sich guter Geschmack in der Erkenntnis, dass noch eine Menge Unentdecktes vor einem liegt.  Dies nicht zu betrauern, sondern darin ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang zu entdecken, ganz schlicht Unwissen und bisher noch nicht gemachte Erfahrungen als warmes Glück der Zukunft zu empfinden, das möglicherweise nie zur Vollendung gelangt, ist der Gipfelpunkt des guten Geschmacks.

Gut so?

Erst musste alles gut sein, um etwas zu bedeuten. Als aber das Gute nicht mehr gut genug war (also langweilig wurde), begann man nach dem Neuen Ausschau zu halten. Doch irgendwann war das Neue nicht mehr neu (es verblasste, schließlich begann es sogar zu schimmeln) und so wandte man sich dem Besonderen zu.  Aber dann bemerkte man, dass das Besondere irgendwie nicht lange besonders blieb - und sagte sich: Scheiß drauf, es gibt zu wenig Gutes, um noch einmal von vorn anzufangen.

Plastik

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Der Unterschied zwischen Leben und Kunst (2)

Leben: Schöpfung des Ichs Kunst: Überwindung des Ichs

Kunst ist für die Armen da!

Kunst ist nicht für jene, die alles haben. Warum sollte sie auch? Für die Armen ist sie da. Für die also, die nichts haben. Ihnen spendet sie nicht nur eine Handvoll Trost – wie jenen, die alles bereits haben. Ihnen gibt die Kunst stattdessen Hoffnung und Arbeit. Arm, das sind nicht nur jene ohne Hab und Gut. Arm sind vor allem auch jene, denen es an geistiger und seelischer Kraft fehlt. Arm sind die Ausgestoßenen und Außenseiter, die sich auf die Wärme spendende Gemeinschaft nicht mehr verlassen können. Arm sind die Alleinstehenden, die – manchmal zur Liebe kaum fähig – alle Energie aus dem schöpfen, was ihr Herz beflügelt. Kunst befreit die Armen aber nicht von ihrem Armsein. So können nur jene denken, für die Kunst nicht mehr als Ablenkung vom starr gewordenen Dasein ist. Kunst schenkt den Armen, den Traurigen und Kranken, einen Sinn. In der Kunst erfüllt sich ihr Dasein, ohne dass es sie nötigt, es aus Scham ablegen zu müssen. Sie mögen auf den ersten Blick arm bleiben, aber...

Die Apokalypse wird nicht eintreffen

Konziser, dringlicher muss es sein. Wenige Zeilen, dafür Bilder. Alle sprechen von Veränderungen, aber vor den Taten stehen immer die Worte. Wo sind die brenzligen Sätze? Weitergehen, oh Leben – heißt Zäune bauen, um den Wohlstand und die Sicherheit vergangener Tage zu retten. Wozu retten, was fault und stinkt? Die Zukunft wartet. Sie ist eigentlich die Gegenwart, die es zu besetzen gilt. Doch stattdessen: kollabieren in die Gegenwart. Ja, das ist es – in die Gegenwart hineinstürzen, ohne Netz und doppelten Boden. Wo sind die Manifeste? Und wenn es sie gibt, warum sind sie so zahm oder bestenfalls Parodien auf die großen Manifeste einer längst verblichenen Epoche? Überall brennen die Zeichen, nur keiner merkt’s. Die Zeichen sind zur Realität geworden. Die Scheiße fließt ins große Meer – und sie bringt den Tod. Trotzdem: weiter graben, weiter bohren. Schreien, weinen, vielleicht auch beten, damit alle zuhören und endlich die Augen öffnen. Apokalypse, das ist kein Zustand, sondern ein...

Wunschmachine

„Es ist von jeher eine der wichtigsten Aufgaben der Kunst gewesen, eine Nachfrage zu erzeugen, für deren volle Befriedigung die Stunde noch nicht gekommen ist.“ Walter Benjamin