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Posts mit dem Label "Sensibilität" werden angezeigt.

Try A Little Tenderness

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Andere fühlen auch

Das Problem mit den Hochsensiblen ist, dass sie Feinfühligkeit immer nur für sich selbst reklamieren. 

In Honig getaucht

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Mein lieber Sohn,  ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie ich einst in der gleichen Situation war wie du jetzt. Diese freudige und zugleich spannungsreiche Erwartung. Das Bangen, ob alles genau so abläuft, wie es zuvor besprochen und erhofft wurde. Es kommt eh alles anders, als man denkt. Das ist jetzt aber nicht wirklich ein Ratschlag, sondern eine fürchterliche Binsenweisheit, höre ich dich sagen. Natürlich! Aber genau das bedeutet es ja, Mutter und Vater zu werden: sich auf etwas einzulassen, das nicht planbar ist. Du kamst auf den letzten Drücker auf die Welt, mein Sohn. Als hättest du gar keine Lust gehabt, aus deinem wonnig-warmen Nest zu schlüpfen. Warum auch? Im eisigkalten Winter fällt es doch viel schwerer, zum ersten Mal die Augen zu öffnen und nach Luft zu schnappen. Du hast es dann doch gewagt, auch wenn du deiner Mutter und mir erst einmal viel Angst eingejagt hast. Darauf musst du dich nun auch einstellen: Die Furcht wird zu deiner alltägli...

Bloß nicht aus dem Takt geraten

Lacht doch auch einmal über euch! Vielleicht ist es irgendwann zu spät. Im Grunde ist es doch komisch, wie da zwei Weltsichten aufeinanderprallen, wie sie sich aneinander abarbeiten.  Auf der einen Seite die geburtenintensive Nachkriegsgeneration, als Boomer gleichsam für die eigene Bereitschaft, immerzu Macher zu sein, geadelt und für die eigene Hyperpotenzverblendung verspottet. Auf der anderen Seite die Digitalisierten, die ewigen Wunschkinder, gelobt für ihre Toleranzbereitschaft und auch ein wenig bewundert für ihr Desinteresse an einer echten Schlacht um die Futterplätze der Gesellschaft, aber verschmäht als hypersensible Schneeflocken, die ihr Herrschaftsterrain in einen Bereich verlagert haben, der von den Nutznießern der Sexualrevolution lange vernachlässigt wurde: Zumutbarkeiten für sich und für andere nach Belieben selbst zu bestimmen.  Natürlich lodert in dem Spektakel, das sich in endlosen Diskussionen und mittels Frotzeleien und verschmirgelter Pikiertheit im Fre...

Falsch verstandenes Feingefühl

Viele sensible Menschen behandeln andere Menschen ausgesprochen unsensibel. Vielleicht wird ihnen deshalb regelmäßig jedes Feingefühl abgesprochen.

Lob der Sensibilität (4)

Verteidigung der Sensibilität vor den Tücken der Sentimentalität Der Sensible unterscheidet sich vom Sentimentalen schon dadurch, dass er eher die Einsamkeit sucht, oder zumindest mit Einsamkeit besser zu Recht kommt. Der Sentimentale kann nicht allein sein. Er fürchtet sich davor, denn er braucht ein Ventil für seine Gefühle. In Wahrheit fühlt der sentimentale Mensch erst durch den Spiegel eines Anderen. Spricht er nicht über seine Gefühle, dann fühlt er nicht. Ganz anders der sensible Mensch: Er muss sich von Zeit zu Zeit in Einsamkeit flüchten, weil ihn die vielen Reize, die ihn umgeben – Signale, die seine Seele berühren und seinen Körper aufwühlen –, überfordern. Deshalb hat der Sensible auch eine völlig andere Beziehung zur Natur als zum Beispiel der Sentimentale. Der empfindsame Mensch, hier irrten die Romantiker, flüchtet nicht in Waldeinsamkeit, um sein Gemüt anzuregen. Vielmehr ist der Sensible gegenüber der Natur und ihren komplexen Prozessen mit Ehrfurcht erfüllt. Di...

Lob der Sensibilität (3)

Verteidigung der Sensibilität vor den Tücken der Sentimentalität  Vielleicht wird das übersteigerte Körpergefühl des Sensiblen am meisten vernachlässigt, wenn es um seinesgleichen geht. Tatsächlich hat ein sensitiver Mensch eine ganz andere Beziehung zu allem, was sich mit ihm – also mit seinem Körper – ereignet. Schmerzen nimmt er anders war, nicht selten sogar mit einem undurchsichtigen Vergnügen am Leiden. Viele sensible Menschen sind Hypochonder. Aber auch zärtliche Berührungen, die zur Lust anregen sollen, können für ihn zum schmerzerregenden Sturm der Sinnesüberreizung werden. Der empfindsame Mensch kennt seine erogenen Zonen ganz genau. Manchmal fürchtet er sich vor ihnen. Übrigens treten sentimentale Menschen mit weitaus größerer Körperbeherrschung auf als sensible. Empfindsamkeit führt oft zu einer verrenkten Ungeschicklichkeit in der Bewegung.

Lob der Sensibilität (2)

Verteidigung der Sensibilität vor den Tücken der Sentimentalität  Es ist leider so, dass die meisten Menschen, die sich als sensibel bezeichnen und mit ihrer angeblichen Empathie sogar zu prahlen bereit sind, äußerst sentimentale Menschen sind. Sentimentalität ist aber das Gegenteil von Sensibilität. Es ist das Bewegt-Sein am eigenen Bewegtsein. Vergleichbar mit dem Liebesbriefeschreiber, der von seinen eigenen Worten an die Liebste zu Tränen gerührt ist. Der sentimentale Mensch spricht oft von Gefühlen, und er zeigt sie. Er zeigt sie präzise und zuverlässig in solchen Situationen, in denen sie ihm und anderen angemessen erscheinen. Oft zeigt er sie auch, wenn sie nicht mehr angemessen sind. Ein sensibler Mensch verhält sich im Grunde völlig anders. Er versteht und ergreift die eigenen Gefühle und die Gefühle anderer – erst einmal ganz ohne Worte und Taten. Sensibilität führt zu Dezenz. Sentimentalität verführt zu Theater.  Es ist ein weiterer Irrglaube, dass sic...

Lob der Sensibilität

Verteidigung der Sensibilität vor den Tücken der Sentimentalität Ich möchte in keiner Welt leben, in der Emotionen alles zählen, Gefühle aber nichts. Gefühle bleiben im Verborgenen. Sie dringen nicht ans Tageslicht. Emotionen drücken hingegen Gefühle aus. Sie sind sichtbar. Sie können Gefühle ehrlich widergeben. Sie können aber auch gespielt und unecht sein. Gefühle selbst können nicht unwahr sein. Und wenn sie es sind, dann leidet die Seele Qualen. Sensibel zu sein, bedeutet, die Gefühle anderer erahnen zu können (denn mehr ist nicht möglich) und die eigenen Gefühle verstehen zu lernen (denn was prägt, muss verstanden werden wollen).  In Wahrheit gibt es nur sehr wenige sensible Menschen.  Die zu Sensibelchen erkorenen Exemplare sind es in der Regel nicht. Was Sensibilität wirklich ist, steht in den Sternen. Es gibt keine Kriterien dafür, wann ein Mensch besonders einfühlsam ist und wann nicht. Anhaltspunkte für sensible Reaktionen gibt es hingegen schon. Nicht...

Close Up (23): Sanft

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