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Unbedingt lesen

Die Liebe einer Blondine

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Eine Industriesiedlung irgendwo bei Prag: Ein junges Mädchen, das in einer Schuhfabrik arbeitet, leidet an ihrem aufregungsbefreiten Leben und an der langweiligen Auswahl an Männern, die ihr den Hof machen. Nicht einmal die versprochene Aussicht auf einige Jungrekruten, die das kleine Dorf beehren wollten, erfüllt sich.


Stattdessen steigen zaghafte Jungsoldaten aus dem Zug und versagen auf einem eilig zum Austausch von Freundlichkeiten veranstalteten Ball daran, ihre schlaffen Körper in Bewegung und ihre amourösen und erotischen Wünsche in Wallung zu bringen.
Ein junger Jazzpianist hat da weniger Skrupel. Er spricht die schüchterne Kindfrau, die von der großen Liebe träumt (und doch schon den einen oder anderen Mann mit ihrer melancholischen Unschlüssigkeit von sich gestoßen hat), an und überredet sie, bei ihm zu übernachten. Der ernüchternde Akt wird schnell abgehakt, wenngleich eine sich abrollende Markise selbst das noch fast verhindert hätte. Immerhin bleibt ihm ein Lächeln, ihr …

Zwei Arten: Erkältete

Von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet, gibt es nur zwei verschiedene Arten von Erkälteten.
Der eine weiß, dass für ihn nun einmal wieder die Welt untergeht. Er zieht sich still in sein Kämmerlein zurück und fürchtet, dass sich aus dem Hüsteln recht schnell eine Lungenentzündung entwickeln könnte. Wenn er sich einmal aus seiner selbst geschaffenen Höhle aus Papiertaschentüchern und Medikamentenfläschchen befreit, teilt er jedem Menschen, der sich in seine Nähe traut, sofort mit, dass er höchstwahrscheinlich die nächsten Tage nicht überleben wird.



Der andere ist eigentlich gar nicht krank, zumindest behauptet er es mit triefender Nase und heiserer Stimme. Am Arbeitsplatz, der natürlich keinen einzigen Tag verlassen wird (um freigiebig auch andere Menschen mit Bazillen zu beglücken), findet sich allerdings eine kleine Apotheke - vornehmlich um zu zeigen, dass man die lästige, aber vollkommen bedeutungslose Erkrankung natürlich im Griff hat.

Kummer

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Der Entscheidungsspieler

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Kaum ein Spieler beim FC Bayern München hat die erfolgreiche Ära der letzten Jahre so sehr geprägt wie Arjen Robben. Mit seinem unvergleichlichen Tempospiel und einem fast unheimlichen Ehrgeiz machte er mehr als einmal den Unterschied aus. Nun verabschiedet sich der Niederländer nach einer erneut langwierigen Verletzungszeit aus München, um seine Karriere bei einem anderen Verein ausklingen zu lassen. Einen wie ihn findet der FC Bayern nicht so schnell noch einmal. Denn Spieler mit seinem Temperament sind im Fußball rar geworden.  Es gibt Fußballspieler, die auch aus einer Entfernung von mehreren hundert Metern sofort wiedererkannt werden können. Sie bewegen sich auf eine ganz eigenständige, man möchte fast sagen magische Art und Weise über den Platz. Sie preschen druckvoll über den Rasen - wie Cristiano Ronaldo. Sie hüpfen von einem Gegner zum nächsten, den Ball am Fuß, als würde er von einem Magneten angezogen - wie Lionel Messi. Oder sie dribbeln wie ein ehrgeiziges Kind, das es j…

Atemlos

Dieses Gefühl, kurz bevor die Narkose einsetzt. Der Körper ist elendig schwer geworden, da pumpt etwas durch die Venen, ein leichtes Kribbeln, das in den Beinen beginnt und sich plötzlich in den Kopf zu fressen droht. Keine Luft mehr. Schwarz.



***
Als kleiner Junge sprang ich gerne ins Bett und hob die Decke wohlig über meinen ganzen Körper. Versteckt. Versunken. Eingehüllt. Irgendwie im Weltall oder am Meeresgrund oder in einer Höhle – stellte ich mir vor. Und wartete, bis die Luft immer stickiger wurde, sich verzog, sich nur noch schneidend eng in die Lungen pressen ließ. Keine Puste mehr. Dann, das Gesicht schnell unter einem Deckenspalt ans Licht gerettet; kühler, gütiger Sauerstoff. Wie oft habe ich dieses Spiel gespielt.

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Die Vorstellung, im Restaurant zu sitzen und plötzlich schneidet eine Fischgräte so groß wie ein Hühnerknochen ins hauchdünne Halsfleisch. Röcheln, ächzen. Keine Luft mehr. 
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Immer den Finger auf der Öffnung einer Cola-Dose. Es könnte ja unbemerkt eine …

Lösungen

Alle großen Probleme der Menschheit resultieren aus Unkenntnis der Gesetzlichkeiten der Psychologie und Ökonomie.

Entweder - Oder

VS.
Tag oder Nacht
Eule oder Lerche
Weniger oder Mehr
BILD oder Schrift
FAZ oder Süddeutsche
DC oder Marvel
Gut oder Böse
Lachen oder Weinen
Fahren oder Gehen
Schreien oder Flüstern
Klavier oder Geige
Erster oder Letzter
Trocken oder Nass
Zu Dir oder Zu mir
Mann oder Frau
Steif oder Schlaff
Schlüssel oder Schloss
Beatles oder Stones
MP3 oder Schallplatte
Blau oder Rosa
Hoch oder Tief
Gebirge oder Meer
Süß oder Salzig
Ketchup oder Mayo
Cola oder Pepsi
Vanille oder Schokolade
Jacke oder Hose
Schlips oder Fliege
Pyjama oder Nackt
Tintenstrahl oder Laser
Rein oder Raus
Mann oder Maus

Vorne stehen

Wer vorne steht, ist immer Chef. Nur wer in der Lage ist, vorne zu stehen, kann Chef sein. Wer erst einmal Chef geworden ist, muss vorne stehen bleiben - egal, was passiert. 
Chef zu sein bedeutet:
Türen stets offen zu halten; als erster Antwort zu geben; Verantwortung bedingungslos zu übernehmen; sich im Konfliktfall immer erst vor seine Mitarbeiter zu stellen; in unruhigen Zeiten für alle sichtbar die Ruhe zu bewahren; als erster zu kommen - als letzter zu gehen; Freundlichkeit nicht nur als Herzensgüte zu verstehen, sondern auch als professionelle Haltung an den Tag legen zu können; Probleme bereits zu antizipieren, bevor sie entstehen; Lösungsvorschläge nur dann zu äußern, wenn sie auf Überzeugung beruhen; bei Entscheidungen eine für alle Umstehenden klare Linie zu verfolgen; eigene Fehlurteile laut und deutlich zu benennen und daraus zu lernen; niemals eigene Fehlleistungen anderen Mitarbeitern anzulasten; Flexibilität nicht nur einzufordern, sondern selbst vorzuleben; Personal- u…