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Es werden Posts vom April, 2006 angezeigt.
Back to the roots

Die Sonne scheint – die Wolken, vereinzelt das Licht bedeckend, zieren sich, Wärme setzt sich über kühlen Wind hinweg. Alles wie bisher; der Frühling kriecht bedächtig in den Graben, der von einem kahlen Winter hinterlassen worden ist. Und das Studieren geht weiter und damit ein Erkennungs- und Erkenntnisprozess, der so schnell nicht zu einem Ziel führen wird, das allgemeine Befriedigung und Identität hinterlässt. Ich bin in gewohntem Terrain und sehe gewohnte, lieb gewonnene Menschen, die sich, so ich sie denn kenne, verhalten und gebärden, wie ich sie am ersten Tag kennengelernt habe. Ein gutes Zeichen. Ein warmes, angenehmes Gefühl, weil die Angst vor dem nicht Bekannten so sinkt und letztlich versiegt. Doch es bleibt ein Konflikt, der sich so schnell nicht verdrängen lassen wird: Intimität ist ein Prozess, der Zeit benötigt. Wo erkenne ich, was Zweckgemeinschaft ist und was echter Zusammenhalt? Angst alleine zu sein oder Kraft der Liebe? Ein stetiges Zaudern, aber…
Berlin II

Erste Semesterferien, eigentlich ja vorlesungsfreie Zeit. Was bleibt? Eine Zeit, in der sich Veränderungen offenbarten, das Wesentliche changierte und gerade Sicherheiten nicht aufgebrochen, sondern nur bestätigt wurden. Negative Sicherheiten, solche, die vom geradlienigen Chaos berichten, das nie verenden will, sondern gerade deshalb erst wieder aufersteht, weil es für tot erklärt worden ist. Schandhaft. Ein paar Texte lesen – und nicht viel Neues war dabei. Hoffmann, Eichendorff, Tieck, Schmales von Kafka, Zeitungen, ein bisschen Fromm. Und was bleibt? Erst Freude, welch Produktivität in kurzer Zeit, dann nur noch Lähmung und stotterndes Interesse und noch legasthenischere Arbeitsweise. Wie ein Blinder, der sehen könnte, wenn er nur wollte. Eine psychische Lähmung, verquollener Defekt im Kleinhirn. Sicher: Wärme, Geborgenheit, meinetwegen Sex – alles findet seinen Platz und doch bleibt da diese pochende Narbe, eine Lücke, die ins Auge zu springen droht. Gefährliches Zucken …