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Es werden Posts vom März, 2026 angezeigt.

Der Schlüsselbund

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Vieles, was ich über die Kunst des Schreibens und der guten Rede weiß, habe ich von Herrn Schwandt gelernt. Er war ein Deutschlehrer wie aus einer Bildergeschichte von Wilhelm Busch. Einer dieser Gelehrten, die wie eine Eule mit dem Augenaufschlag prahlen, wenn sie Worte wie „Philister“ in den Mund nehmen (um zu sagen: „Das Wort kennt ihr wohl nicht, ihr Schlingel, solltet ihr aber!“). Er bekannte sich auch zu seiner Vorliebe für die teuflisch begabten Humoristen dieses Landes, die er gerne einmal zitierte, selbst wenn es gar nicht passte. Am liebsten mochte er Robert Gernhardt.  Über den Schulflur wandelte Schwandt stets wie ein Flaneur , schaute dabei neugierig nach rechts und links. Wenn ich ihm dort begegnete, fragte er oft: „Was macht das Leben?“ Er interessierte sich. Das kleine Gespräch lag ihm genauso wie das große. Unter sprachlich minderbegabten Schülern war er gefürchtet, und wurde zugleich von jenen, die gerne mit Worten und Gedanken jonglieren, verehrt. Im Sommer gesel...

Besser ratlos als tatenlos

„Ratlosigkeit ist ein Zustand, der Suchbegriffe in Gang setzt. Besser ratlos als tatenlos.“ Alexander Kluge (1932-2026)

Der lange Weg zum Kompromiss

Ohne Verständnis und Verstehenwollen gibt es keine Kompromisse. 

Verabredet

Es gibt Menschen, die nur deshalb zu spät zu Verabredungen kommen, weil sie fürchten, allein auf jemanden warten zu müssen.

Guten Tag

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Second Life

Wir müssen uns daran gewöhnen, dass schon sehr bald das simulierte Leben dem gewöhnlichen Leben gleichwertig gegenübergestellt ist. 

Ergriffenheit

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D – A – Bm – F#m – G – D – G – A

Alles im Fluss (Kontemplation)

Melancholie: Die Zeit fühlen, ohne sie beherrschen zu wollen.

Der melancholische (Alb-)Träumer

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Für einen Moment hatte es so ausgesehen, als wären R.E.M. für Michael Stipe nur eine biographische Randnotiz gewesen. Ein unerwartet erfolgreiches Projekt, das zu einem für alle Beteiligten friedvollen Ende gebracht wurde . Doch nun sollte die eigentliche künstlerische Karriere folgen. Kein Interview, in dem der Sänger nicht über die Vorzüge des Lebens danach philosophierte.  Natürlich verzog sich Stipe erst einmal aus der Öffentlichkeit. Er legte sich einen Bart zu und einen Piercing, wie Eremiten das manchmal machen. Dann flog er zwischen seinen Wahlheimaten, darunter auch Berlin, hin und her, zeichnete, malte und fotografierte. Inzwischen werden seine Bilder, die ja auch früh zum Teil des visuellen Universums seiner Band geworden sind (das schroffe Wüsten-Cover von „New Adventures In Hi-Fi“ fotografierte Stipe aus dem Tour-Bus), ausgestellt. Mit „Generation X“-Autor Douglas Coupland entwickelte er einen ungewöhnlichen Foto-Band, der den Einfluss des Digitalen auf das Alltagsleb...

Einer dieser Tage

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Abgehört

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Der Konservative ekelt sich mehr als andere

Das Vertraute dem Unbekannten vorziehen, das Bewährte dem Unbewährten, die Tatsache dem Mysterium, das Gegebene dem Möglichen, das Begrenzte dem Unbegrenzten, das Nahe dem Fernen, das Ausreichende der Überfülle, das Zweckmäßige dem Perfekten und die Freude im Jetzt dem utopischen Heil. Versuch einer Beschreibung der konservativen Wesensart von Michael Oakeshott