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Alles kann, nichts muss

 Kunst ist ein Möglichkeitsraum, aber kein Verwirklichungsraum.

Frisch gewaschen

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Schmutzige Orange

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Who the f*%k is Sisyphos?

 Das Glück ist mitunter genauso schwer zu (er-)tragen wie das Unglück. 

Die Durchtherapierten

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Blick in den Spiegel: Du bist es wert, dass man dich gut behandelt. Du bist stark. Du hast es verdient, dass die Menschen dir zuhören. Du musst keine Angst haben, es gibt keinen Grund dafür. Jetzt bist du mal dran. Vor langer Zeit war es einmal anders. Da pumpte das Herz, stockten die Grübeleien das Leben aus. Ohne Hilfe wäre es nicht weitergegangen. Gesprächstermine. Es sind eigentlich keine Unterhaltungen auf Augenhöhe, aber es fühlt sich manchmal so an. Sitzungen. Endlich einmal sprechen und einer hört vorbehaltlos zu. Manchmal ist das anstrengend, insgesamt aber löst es den Druck vom Brustkorb. Vielleicht gibt es ein Beruhigungsmittel dazu, es muss nicht einmal hochdosiert sein. Irgendwann ist die Spurensuche nach den Problemen für die seelischen und körperlichen Eruptionen abgeschlossen. Der Diagnose folgt ein Therapieziel. Dem Therapieziel schließt sich eine Prognose an. Ist die Alltagsfähigkeit wiederhergestellt, dann besiegelt ein letzter Handschlag die Festigkeit der mentalen ...

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 Nach der Befreiung folgt unweigerlich die Wüste. 

Mensch Mayer

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Zu den glücklichsten Entscheidungen meines Lebens gehört, vor den Abitur-Jahren die Schule gewechselt zu haben. Das brachte mir nicht nur eine fröhliche Abschlussnote ein, sondern beschenkte mich nach etwas mehr als einem halben Jahrzehnt des trübseligen Schulalltags mit einem später in dieser Dimension nie wieder erlebten Freispielbereich, neue Menschen kennenzulernen. Das waren nicht nur Kameraden auf den Bänken neben mir. Einer der mächtigsten Leidfaktoren am Gymnasium, das ich verlassen hatte, war die größtenteils uninspirierte Lehrerschaft . Ekel und Sadisten mögen keine darunter gewesen sein, dafür aber Pedanten und Zyniker. Manche waren auch einfach nur Langweiler. Ich wage zu behaupten: An kaum einer Schule ist das etwas Außergewöhnliches. Zu meiner Überraschung bekam ich allerdings an der neu gewählten Penne einen bunten Strauß an Lehrmeistern, die mir auf Augenhöhe begegneten und mit sehr viel Humor und Rechtschaffenheit einen neuen Weg aufzeigten, wirklich jeden Tag gerne in...

Mr. und Mr. Smiley

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Sekundenbruchteile

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Alles, was in 120 Sekunden erledigt werden kann, sollte sofort in Angriff genommen werden (etwa den Abwasch nach einer Mahlzeit). Komplexere Tätigkeiten, die keine Vorbereitung bedürfen und bis zu 300 Sekunden in Anspruch nehmen (etwa ein kurzes Telefonat, das Entfernen von digitalen Nachrichten oder eine Überweisung), sollten ebenfalls sofort absolviert werden, denn sie werden sonst schnell aufgeschoben.  Um von einer konzentrierten Aufgabe zu einer anderen überzugehen, sollten mindestens 600 Sekunden verstreichen, um (etwa bei einer Schreib- oder Denkaufgabe) vollständig bei der Sache zu bleiben und die Aufmerksamkeit zu halten. Das gilt auch für das Anwenden einer Pause.  Wenn ein Kind mit einem Problem nicht zurecht kommt (etwa bei einem Konflikt mit einem anderen Kind auf dem Spielplatz oder im Kindergarten ), sollte 17 Sekunden gewartet werden, ob es die Schwierigkeit selbst lösen kann.  Wer einer anderen Person in die Augen schaut und sie erwidert den Blick , ...

Ambiguitätstoleranz

Mehrdeutigkeiten und Widersprüche ertragen und auch tolerieren können. Unsicherheit nicht als Bedrohung ansehen. Verschiedene Interpretationen und Bedeutungen akzeptieren, ohne sich auf eine festzulegen. Kurzum: Komplexität zulassen, vermeintlichen Eindeutigkeiten misstrauen.

Angst und Wut

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Diese Mischung aus Angst und Wut, die schnell verwechselt werden kann mit Verachtung oder Hass, aber die recht eigentlich ein trauriges Kind der Verzweiflung ist. 

Geschwirr

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Qual der Wahl

Freiheit                 O D E R                               Sicherheit                     

Zäpfchen

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Der Liebe ins Auge blicken

Was für ein schrecklicher Irrtum ist es, dass sich die eigene Liebesfähigkeit in der Zuneigung zu nur einer Person bewiese. Wahr ist allerdings, dass sie in aller Regel im Leben von nur einem einzelnen Menschen auf ihre Gültigkeit und Rechtschaffenheit überprüft wird. 

Maß halten

Es ist nicht das Dicksein, das schwer wiegt - es ist das Dickwerden. Die Tücke wartet aber auch beim Abnehmen: Immer muss es abwärts gehen, der (immer einzuplanende, da natürliche) Backspin wird verachtet, doch auch die sich von einer Woche zur anderen nicht in Bewegung setzende Nadel will nicht mildtätig betrachtet werden.  Warum ist das so? Stagnation wird als Feind betrachtet, der hinterrücks bereits den Fall in alte Gewohnheiten ankündigt (wie gesagt: nicht das Dicksein, sondern das Dickwerden). Dabei bringt diese weiße Null doch Zuversicht, kontrollierte Geradlinigkeit. Es wurde genauso viel Energie genutzt wie verbraucht. Der Körper sehnt sich genau nach dieser Konsequenz.  Gewiss, es ist nur ein Moment, und soll es auch bleiben, wenn das Ziel ein Weniger ist. Aber wie bitter ist es, etwas als fortschrittlos zu empfinden, das in Wahrheit nur eine sehr sichtbare Beweislage dafür ist, dass es mit Fortschreiten des Fastens nicht immer gleich entspannt weiter geht.  Die...

Draußen vor der Tür

Es wiederholt sich jeden Morgen: Mutter und Vater bringen ihren Sprössling in den Kindergarten und der Abschied naht. Manchmal hat der Tag schon mit ein paar Tränen begonnen. Oder der Pullover wollte nicht richtig sitzen. Auf dem Weg ist etwas getrödelt worden.  Das kann auch schön sein, oft ist es besonders für Mama und Papa ein säuerliches Gehetz. Und auch für die Kleinen kein Vergnügen. Wer will schon nach den Regeln eines grau angestrichenen Terminkalenders Spaß haben? Doch es ist alles vergessen, wenn Spielzeug und Spielkameraden in der Kinderstube warten. Dann eilen Ma und Pa hinaus, um ihre Pflichten zu erledigen, mal mit leichtem, mal mit schwerem Herzen.  Und nun passiert es, jeden Tag: Die zum Ernst des Lebens Verpflichteten schauen aufs Handy (was steht an, wer muss informiert werden, was ist passiert in der Welt) und das Kindchen winkt mit der Hoffnung, bald wieder abgeholt zu werden. Doch es wird nicht mehr gesehen. Es grüßt trüb ins Leere. Als wäre die Scheibe d...

Manche Wege geht man mehrfach

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Und was kannst du?

 Manch einer beginnt bereits vor Wut zu glühen, weil Brot anfängt zu schimmeln. 

Suche dich nicht zu Tode!

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Es gibt Menschen, die verlieren ständig etwas. Oder haben zumindest das Gefühl, dass es so wäre. Sie sind immerzu damit beschäftigt, etwas zu suchen. Die Brille ist verschwunden. Im Kleiderschrank lässt sich das geliebte T-Shirt nicht finden. Der Brief vom Finanzamt scheint verloren. Unabhängig davon, ob sich die vermissten Gegenstände schnell wieder auffinden lassen, kann dies zu einem ungeheuren Leidensdruck führen, der in Familien oder anderen Partnerschaftskonstellationen Wellen schlägt. Denn wer etwas als verschollen annimmt, wird mit in seiner Angst nicht allein bleiben wollen und sucht entsprechend mit grimmig-verzweifeltem Gesicht nach Hilfe.  Das ist für manche, so scheint es, eine nackte, geradezu archaische Panik. Als wäre es tatsächlich zu vergleichen mit der Steinzeitflucht vor einem Mammut, wenn der Autoschlüssel futsch ist. Das ist es natürlich nicht! Und dann kommt der drollige Faktor hinzu, dass diese Sucheritis vor allem jene befällt, die sich um Ordnung bemühen, ...