16. Februar 2017

Viel Lärmen um nichts

Das Musical ist eine parasitäre Kunstform. Es wirft sich gierig auf die großen und kleinen Stoffe der Populärkultur, um ihnen ihre Aura auszusaugen. 

Mit jeder Vorführung beklatschen die Zuschauer, ohne es zu ahnen, die längst verdauten Ideen der nach diesem merkantilen Recycling-Prozess nur umso stärker verblassenden Vergangenheit. 


Die genialen Momente des Musicals, die es natürlich auch gibt, sind insofern nichts anderes als kunstgewordene Flatulenzen.

Und das Musical selbst ist - das macht es nun einmal zum Erfolgsgaranten - glasklare Anti-Kunst, vielleicht nicht ganz im susansontagschen Sinne, aber doch ganz konkret und logisch, weil es Komplexität auf ein Minimum reduziert, Chiffren statt Charaktere anstellt und Klischees hagiographisiert.