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Intelligenz und Intellekt

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Es gibt einen Unterschied zwischen Intelligenz und Intellekt. Die Ironie besteht darin, dass die meisten intelligenten Menschen keine Intellektuellen sind und sehr viele Intellektuelle nicht unbedingt einen erhöhten Intelligenzquotienten haben.  Intelligenz bedeutet, etwas verstehen zu können. Intellekt meint eher, etwas verstehen zu wollen. Während also die einen aus etwas schöpfen, das ihnen zur Verfügung steht und von dem sie wissen, dass es einen Wert hat, graben die anderen nach etwas, von dem sie glauben, dass es sie und womöglich andere bereichert.  Das, was Intelligenz hervorbringt, genügt sich selbst, braucht keine Begründung. Das, was Intellekt produziert, bedarf immer einer Bezugnahme auf andere(s).

Zu verschenken

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(I Can't Help) Falling In Love With You

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Die Musikgeschichte schäumt über vor Love Songs mit unvergesslichen Zeilen. Auch nur ein paar zu nennen wäre ungerecht gegenüber all jenen, die man vergisst oder aus trotzigen Gründen ignoriert. Doch die schönsten Zeilen, die jemals in einem Liebeslied zu hören waren, stammen aus dem von George David Weiss, Luigi Creatore und Hugo Peretti geschrieben und von Elvis Presley intonierten „(I Can't Help) Falling In Love With You“: „Take my hand, take my whole life too For I can't help falling in love with you.“ Die sich ineinander schließenden Hände, die zarte Begegnung, die keinesfalls ohne Folgen bleibt. Plaisir d’amour (wie die französische Melodievorlage von Jean-Paul-Égide Martini zu dem Song heißt), reine Freude an der Liebe - nimm mich so, wie ich bin. Mit nur einer Berührung schlagen zwei Herzen in einem Takt und zugleich wird sichtbar: Liebe bedeutet Verantwortung. Der Liebende bekommt die Lebensgeschichte eines anderen Menschen überreicht, auf dass er s...

Geflochten

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Spread Your Wings

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Kennenlernen

Man weiß nichts über einen Menschen, bis man ihn in die Enge treibt.

Der Apokalyptiker (3): Schuld und Sühne

Längst hat sich Haneke auch zum Schauspielerregisseur gemausert, dem die großen Vertreter(innen) der Zunft nur zu gerne in den erzählerischen Abgrund folgen. Das ist das Verdienst von Juliette Binoche, die den Regisseur zur Jahrtausendwende nach Frankreich lockte und mit ihm die überraschend poetische und natürlich dennoch spitzfindige Film-Rhapsodie „Code: unbekannt“ drehte. Der weithin unterschätzte Film sollte längst als eines der Schlüsselwerke Hanekes betrachtet werden, vereint der Regisseur doch hier – mit eindrucksvollen Plansequenzen – alle seine bedeutsamen Themen der frühen Werke mit einer wesentlich zugänglicheren, pointierteren Inszenierung. Schaut man auf die von Terror, Fremdenhass und Demokratieerosion geprägten Gegenwartsdiskurse, dann findet man alle wesentlichen Triebfedern für das, was zur Zeit bewegt, in diesem ergreifenden, aber auch stillen Mosaik von einem Film.  Mit der „Klavierspielerin“ zeigte Haneke 2001, dass es ohne Probleme möglich ist, etwas von ...

Der Apokalyptiker (2): Frontalangriff auf die Zerstreuung

Spätestens mit der metanarrativen Zumutung „Funny Games“, der von vielen Zuschauern zumindest skeptisch betrachteten Mediensatire, die Haneke mit großen Stars in Hollywood noch einmal inszenierte, hatte sich der Regisseur als unerbittlicher Gesellschaftskritiker etabliert. Sein subversiver Angriff galt aber immer schon weniger den sozialen Zuständen, als viel mehr den Bildern, die sich die westliche Welt zu Selbstvergewisserung auf die Kinoleinwände und inzwischen auf die Smartphones holt. Darin erkannte er die Lust am Skandal, an der Gewalt, an der Verdummung – am grenzenlosen Konsum von Narrativen, die jede moralischen Reflexion über Sinn und Unsinn des Daseins obsolet macht.  Für Haneke ist diese Form der Unterhaltung lediglich Zerstreuung, die er mit seinen ernsthaften Meditationen über die obskuren Begierden und gewissenlosen Fehlurteile des Bürgertums in Frage stellt. Und in seinen Filmen geht es vor allem um die gut Betuchten, die ihre Schuldgefühle mit teurem Rotwein ...

Der Apokalyptiker (1): Fragmentarische Versuchsanordnungen

Michael Haneke ist einer der letzten Vertreter eines aussterbenden europäischen Kinos, das seinen Zuschauern emotional und intellektuell alles abverlangt. Notizen zum Lebenswerk eines radikalen Denkers.  In einem Interview sagte Michael Haneke einmal, dass er sich nicht als glücklichen Menschen bezeichnen würde. Das dürfte die Zuschauer seiner Filme kaum überraschen. Sie haben keine Happy Ends (und trotzdem drehte der in München geborene Österreicher einen Film mit genau diesem Titel). Sie vermitteln vor allem im Frühwerk den Eindruck, kühl inszenierte Versuchsanordnungen zu sein und in der Regel kommen Menschen und Tiere auf grausame Art und Weise zu Schaden.  „Ich tendiere dazu, melancholisch zu sein“, fügte Haneke seiner Feststellung in dem Gespräch an. „Als Melancholiker kann man sich schon recht glücklich fühlen.“ Jene Dialektik, die der Filmemacher für seine eigene Lebensweise behauptet, prägt auch seine durchaus auf mehrere Arten persönlichen Werke, die stark...

Menschen weinen

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Menschen weinen, weil sie verzweifelt sind. Weil sie einen Menschen verloren haben. Weil sie mit ihrem Partner gestritten haben. Weil sie Liebeskummer haben. Weil sie wütend sind. Weil sie enttäuscht sind. Weil sie sich selbst bemitleiden. Weil sie Angst haben. Weil sie Schmerzen spüren. Weil sie gestresst sind. Weil sie erschöpft sind. Weil ihr Haustier Schmerzen hat oder gestorben ist. Weil jemand in Not unerwartet Hilfe bekam. Weil sie Mitgefühl haben. Weil sie erleichtert sind. Weil sie glücklich sind. Weil sie von Musik gerührt sind. Weil sie von einem Film bewegt wurden. Weil ihr Sohn oder ihre Tochter geboren wurde. Weil sie den Sieg oder die Niederlage in einem sportlichen Wettkampf gesehen haben. Weil sie Gründe dafür haben, die nur sie selbst kennen. 

Zwei Arten: Erkältete

Von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet, gibt es nur zwei verschiedene Arten von Erkälteten. Der eine weiß, dass für ihn nun einmal wieder die Welt untergeht. Er zieht sich still in sein Kämmerlein zurück und fürchtet, dass sich aus dem Hüsteln recht schnell eine Lungenentzündung entwickeln könnte. Wenn er sich einmal aus seiner selbst geschaffenen Höhle aus Papiertaschentüchern und Medikamentenfläschchen befreit, teilt er jedem Menschen, der sich in seine Nähe traut, sofort mit, dass er höchstwahrscheinlich die nächsten Tage nicht überleben wird. Der andere ist eigentlich gar nicht krank, zumindest behauptet er es mit triefender Nase und heiserer Stimme. Am Arbeitsplatz, der natürlich keinen einzigen Tag verlassen wird (um freigiebig auch andere Menschen mit Bazillen zu beglücken), findet sich allerdings eine kleine Apotheke - vornehmlich um zu zeigen, dass man die lästige, aber vollkommen bedeutungslose Erkrankung natürlich im Griff hat.

Atemlos

Dieses Gefühl, kurz bevor die Narkose einsetzt. Der Körper ist elendig schwer geworden, da pumpt etwas durch die Venen, ein leichtes Kribbeln, das in den Beinen beginnt und sich plötzlich in den Kopf zu fressen droht. Keine Luft mehr. Schwarz. *** Als kleiner Junge sprang ich gerne ins Bett und hob die Decke wohlig über meinen ganzen Körper. Versteckt. Versunken. Eingehüllt. Irgendwie im Weltall oder am Meeresgrund oder in einer Höhle – stellte ich mir vor. Und wartete, bis die Luft immer stickiger wurde, sich verzog, sich nur noch schneidend eng in die Lungen pressen ließ. Keine Puste mehr. Dann, das Gesicht schnell unter einem Deckenspalt ans Licht gerettet; kühler, gütiger Sauerstoff. Wie oft habe ich dieses Spiel gespielt. *** Die Vorstellung, im Restaurant zu sitzen und plötzlich schneidet eine Fischgräte so groß wie ein Hühnerknochen ins hauchdünne Halsfleisch. Röcheln, ächzen. Keine Luft mehr.  *** Immer den Finger auf der Öffnung einer Cola-Dose. Es kö...

Ringelreigen

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Spannung kommt von Spannen

Ein Kino, das sich für seine Blickgewalt schämt, ist wie Literatur, die ihre Gedankenschärfe begrenzt, oder wie Musik, die ihr Rhythmusdiktat zersetzt.

Ein Stück des Glücks

Gib Menschen (und auch Dingen!) die Möglichkeit, in Deinem Leben zu wirken.

Bloß nicht aus dem Takt geraten

Lacht doch auch einmal über euch! Vielleicht ist es irgendwann zu spät. Im Grunde ist es doch komisch, wie da zwei Weltsichten aufeinanderprallen, wie sie sich aneinander abarbeiten.  Auf der einen Seite die geburtenintensive Nachkriegsgeneration, als Boomer gleichsam für die eigene Bereitschaft, immerzu Macher zu sein, geadelt und für die eigene Hyperpotenzverblendung verspottet. Auf der anderen Seite die Digitalisierten, die ewigen Wunschkinder, gelobt für ihre Toleranzbereitschaft und auch ein wenig bewundert für ihr Desinteresse an einer echten Schlacht um die Futterplätze der Gesellschaft, aber verschmäht als hypersensible Schneeflocken, die ihr Herrschaftsterrain in einen Bereich verlagert haben, der von den Nutznießern der Sexualrevolution lange vernachlässigt wurde: Zumutbarkeiten für sich und für andere nach Belieben selbst zu bestimmen.  Natürlich lodert in dem Spektakel, das sich in endlosen Diskussionen und mittels Frotzeleien und verschmirgelter Pikiertheit im Fre...

Stolz und Vorurteil

„Der intelligente Mensch, der stolz auf seine Intelligenz ist, ist wie der Verurteilte, der stolz auf seine große Zelle ist.“ Simone Weil

Treppenwitz

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Lösungen

Alle großen Probleme der Menschheit resultieren aus Unkenntnis der Gesetzlichkeiten der Psychologie und Ökonomie.