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Donnerstag, der 23.5.2013

Unglaublich, welche Mengen an Informationen, Daten, Diskursen, Bildern jeden Tag auf uns zugeschossen kommen. Je nach Interesselage werden diese gebündelt und weiterverfolgt. Gerade die Online- und Zeitungslektüre wühlt, ernsthaft betrieben, mächtig auf. Was ist das Lesen wert, welche Überschrift wird weiterverfolgt, welche will überflogen werden? Jeder Mensch selektiert anders, hat unterschiedliche Interessen, lässt sich verschiedene Vorurteile gerne widerlegen oder andere bestätigen. Wenn dann auch noch das Radio läuft und neben Gedudel und Gedödel Nachrichtenbröckchen in die Welt schallt, fällt es schon schwer, diese noch einmal zu rekapitulieren. Was nehmen wir auf, wenn wir Nachrichten lesen, hören oder sehen? Was lehnen wir ab – und wie können wir uns gegenüber den Relevanzmaschinen, die für uns sortieren und Meinungen mal unschuldig, mal mit voller Absicht zur Quoten- oder Auflagensteigerung produzieren, verteidigen?  Der Versuch, an einem willkürlichen Datum eine (per...

Ich ist ein anderer

Ich unter der Familie  (Ich unter Vater, Mutter, Schwester, Bruder, Onkel, Tante, Neffe, Nichte, Cousin, Cousine, Großvater, Großmutter) Ich als Familie Ich unter Geliebten  (Ich im Bett, Ich vor dem Altar) Ich mit Geliebter Ich unter Freunden Ich mit Freunden Ich mit Freundinnen Ich unter Bekannten  Ich unter Kollegen, Ärzten, Priestern, Lehrern Ich unter Fremden  (Ich allein unter Fremden,  Ich mit Bekannten unter Fremden,  Ich mit Freunden unter Fremden) Ich am Arbeitsplatz Ich im Auto Ich im Stadion Ich im Fitnessstudio Ich in der Kirche Ich im Kino Ich im Puff Ich im Supermarkt Ich im Gerichtssaal Ich allein  (Ich geschrieben, Ich beschrieben, Ich fotografiert, Ich fotografierend, Ich im Selbstgespräch, Ich im Tagebuch, Ich im Gebet, Ich vor Gott)

Vom Anfang des Anfangs

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Glücklich hielten wir unsere Abiturzeugnisse in den Händen und blätterten melancholisch durch die Jahrbücher. Ach wie fühlten wir uns frei, als wir wenig später entweder für ein wenig mehr Geld in unseren klammen Geldbeuteln arbeiteten oder verträumt auf den Sofas von Vater und Mutter die Zeit an uns vorbeistreichen ließen. Der eine oder andere hatte sich schon entschieden – in der siebten Klasse (Jura, Medizin), in der zehnten (irgendwas mit Medien) oder in der zwölften (Kulturwissenschaften, Nebenfächer: Orientalistik, Romanistik). Wiederum andere entwickelten gloriose Ideen in einem angestrengten Praktikumsversuch.  Die Bewerbungen waren geschrieben; bürokratische Hürden wurden mit einem Lächeln überwunden, als könnte man noch optimistisch hoffen, dass alles so weiterginge wie einstmals. Irgendwann kam er dann, der Tag, als ein steriles Blättchen im Briefkasten lag. Tränen flossen („Greifswald??? Wo liegt das denn?“), wenn man sich mutig den Hürden der ZVS gestellt hatt...

Hoffnung II

Hoffnung

Das Lachen der Alten

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Akademische Arbeit

Beobachten, Anwenden, Lehren

Bauklötze staunen

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Bauklötze staunen Hinter der Glasfassade schwebt der Sternenkreuzer. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass das Modell von einem Sockel in die Lüfte gehoben wird. Ohne zu staunen ist der Zugang zum Lego-Store also unmöglich, und sei es über den stolzen Preis des Krieg-der-Sterne-Bausatzes von 400 Euro.  Ein gewiefter Verkäufer begrüßt die Besucher mit einem kunterbunten Werbeblättchen. Seine Zielgruppe kennt er gut. Wer nicht ins Raster passt, bekommt keines. Und in die Welt von Lego finden nach Verkaufszahlen vor allem Jungs. Sie wollen mit Star-Wars-Produkten selbst den großen Lichtschwertmythos nachspielen. Oder sie wollen abtauchen in Dino- und Piratenwelten. Manchen ist die Vorfreude über das baldige Zusammenstecken der Fantasieressorts förmlich aus dem Gesicht abzulesen.   Vor Jahrzehnten machten den dänischen Konzern rote Eimerchen mit tausenden kleinen Plastiksteinen berühmt, heute wird die Firma durch dutzende von Lizenzprodukten für Kinoserien reic...

Weder schwarz noch weiß

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Du bist nicht mehr da

Wie kann das sein? Eben hast du doch noch auf deiner Couch gesessen und ein Lied gepfiffen. So oft hatten wir Pläne geschmiedet, wie wir gemeinsam durch die Stadt zögen, um zu fotografieren. Einfach darauf los. Um Sehen zu lernen.  Als ich klein war und die Sonntage immer länger wurden und der Kuchen bereits verspeist war, hast du mir oft, damit mir die Zeit schneller verginge, Einblick in deinen Computer gewährt. Entweder spielte ich mit deinen Computerspielen (sie waren damals noch so herzzerreißend simpel; man konnte jeden Pixel auf dem schwarz-gelben Bildschirm einzeln zählen) oder fantasierte ein paar Geschichten, die du dann, ohne von ihnen je müde oder gelangweilt gewesen zu sein, in die Tasten gehauen hast. Du hast für mich geschrieben, bevor ich schreiben konnte.  Du hast mir beigebracht, was es bedeutet zu lieben. Dabei hast du nicht von Erfahrungen gesprochen, die du selbst nicht gemacht hast, sondern du hast immer nur davon berichtet, was dich ...

Wegweiser

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Stil

Being natural is nothing but a pose .   Oscar Wilde

Neustart

Out of bounds

Sorgen muss man teilen

Schreibe deine Sorgen auf und lies sie deinen Freunden vor, damit sie auch etwas davon haben.  A. A. Milne

Glaube und Hoffnung

Der Unterschied zwischen Glaube und Hoffnung.  Nirgendwo wird dieser Unterschied deutlicher als im Gebet.

Denken und Grübeln

Der Unterschied zwischen Denken und Grübeln.

Dummheit und geistige Schlichtheit

Der Unterschied zwischen Dummheit und geistiger Schlichtheit.

Glück und Zufriedenheit

Der Unterschied zwischen Glück und Zufriedenheit.   Nirgendwo wird dieser Unterschied deutlicher als in der Liebe.

Nachtschwärmer

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Laufen

In der Früh, wenn schon nicht mehr alles schläft, sondern Autokorsos in Richtung Sonnenaufgang schlängeln, nehme ich allen Mut zusammen und marschiere zum Sandplatz. Ich habe schon längst begonnen zu laufen, bevor ich Hemd und Hose übergezogen habe. Der Geist ist voraus geflitzt und diktiert dem Körper, stolz alle Härchen aufzustellen. Eine Runde ist immer länger als die andere; vor allem die erste dehnt und streckt sich ins Unendliche. Die Schnürsenkel verknotet, die Waden noch eiligst verbreitert, dann geht es los. In kurzärmliger Ritterrüstung über die Straße – von den seufzenden Blicken der Pendler geleitet, nur wenige Schritte bis zur ersten Markierung.  Die Vögel pfeifen zum Start und lassen sich das muntere Treiben gefallen, das sich in aller Frühe auf dem vom nächtlichen Regenguss leicht verquollenen Kiesbett noch aus größter Entfernung beobachten lässt. Ich könnte gehen, könnte joggen, könnte rennen, aber ich will laufen. Wenige Runden, mit Endspurt. Bevor die erst...