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Posts mit dem Label "Surrealismus" werden angezeigt.
David Lynch von A-Z: Nicht zu Ende geboren
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Eine der vielen (vielleicht hilflosen, aber nötigen) Interpretationskrücken, mit der man David Lynch beizukommen versuchte, ist die des „nicht zu Ende geborenen Mannes“. Laut Filmkritiker Georg Seeßlen implementierte der Regisseur in fast all seinen Filmen eine oder mehrere symbolische Figuren, die über einen Urzustand des Seins (noch) nicht hinaus gekommen sind. Ihr Schicksal pendelt zwischen Tragik und Komik. Angst vor dem Erwachsenwerden Natürlich scheint hier „Eraserhead“ am Hintergrund auf, das symbolische Ur-Ei in „Lynchville“. Hier hat der Protagonist mit einem schockierenden, kreischenden, röchelnden, wurmähnlichen Wesen zu kämpfen, dessen Vater er angeblich sein soll. Aber auch der „Elefantenmensch“, der als menschliche Ungestalt auf die Welt kommt, folgt diesem theoretischen Konzept geradezu schauderhaft konsequent. Doch der psychoanalytische Ansatz, der auch schon für Lynchs erste bedrückende Kurzfilme wie „The Grandmother“ fruchtbar gemacht werden kann, reic...
David Lynch von A-Z: Metamorphosen
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David Lynch hatte sich vor vielen Jahren die Filmrechte für „Die Verwandlung“ von Franz Kafka gesichert. Es kam nie zu einer filmischen Realisation dieses einzigartigen literarischen Stoffes – weil der Regisseur Kafka wirklich verehrte („Der eine Künstler, bei dem ich wirklich das Gefühl habe, er könnte mein Bruder sein“) und weil er wohl nicht so naiv war, die gewaltigen Assoziationen, die der Autor in seinen Texten weckt, mit seinen eigenen kühnen Bildvisionen zu verrechnen. Aber „Die Verwandlung“ passte auch deshalb, weil Lynch in all seinen Filmen Metamorphosen in den unterschiedlichsten Ausformungen zeigt. Seine Figuren puppen und enthäuten sich, verwandeln sich vom spießigen Familienvater in ein mordendes Monstrum, von der Blondine zur Brünetten (und umgekehrt) oder von einem Saxophonisten in einen Mechaniker.
Albtraum Geburt
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„Eraserhead“ ist bis heute der erschreckendste Film von David Lynch geblieben. Das surrealistische Meisterstück ist nicht nur ein Höhepunkt des experimentellen Films, sondern liefert auch den Interpretationsschlüssel für alle späteren Werke des Regisseurs mit. 1977 probte das amerikanische Kino den Hypersprung und wagte sich zum ersten Mal in eine neue Galaxis vor. Mit „Krieg der Sterne“ von George Lucas wurde das Weltall nach Georges Méliès „Reise zum Mond“ und Stanley Kubricks „2001 - Odyssee im Weltraum“ endgültig für die große Leinwand erobert - und mit Lichtschwert-Power und Sternenkreuzern zum Explosionsfeld aufgedreht. Doch in diesem fürs Kino beachtliche Jahr wagte sich auch ein anderer Regisseur auf einen fremden Planeten vor und schilderte mit alpdruckhaften, expressionistischen Bildern eine phantastische Reise in eine (Innen-)Welt, die möglicherweise noch wesentlich unerforschter ist als so mancher Lichtjahre entfernter Sternenhaufen. „Eraserhead“, David Lynch...
Kleines Walter-Benjamin-Glossar
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„Es gibt für die Menschen, wie sie heute sind, nur eine radikale Neuigkeit – und das ist immer die gleiche: der Tod“ Die Kindheit ist Ursprung der Kunst Es gibt eine Kunst des Verirrens Einsamkeit ist die einzige dem Menschen gemäße Existenzform Das Leben der Gedanken ist eine Existenz unter der Herrschaft des reinen Geistes , so wie die Prostitution eine Existenz unter der Herrschaft der puren Sexualität ist Der Melancholiker , als durch den Einfluss des Saturn langsamer und bedächtiger Mensch, ist ein Willensheld und ein Süchtiger – das Denken und Arbeiten wird ihm zum Zwang, das Leben steht ihm im Zeichen einer endgültigen Strategie Ich ist ein Text. Er muss entziffert werden. Das Ich ist ein Entwurf, etwas das geplant werden will. Der Aufbau des Ich geht immer zu langsam voran. Man ist sich gegenüber immer im Rückstand Jede Gedächtnisarbeit ist vorwärtsweisend (sich selbst rückwärts lesen) Verkleinerung als Technik : Man entzieht etwas (ein D...