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Posts mit dem Label "Freiheit" werden angezeigt.

Vom Wählen und Gehören

In Freiheit findet sich Glück, Sicherheit schenkt hingegen Zufriedenheit. Leiden wird, wer in Freiheit Zufriedenheit erhofft und hinter Sicherheit Glück vermutet.

Onkel Walts Wunderland

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Wir sollten nie vergessen, dass am Anfang eine Maus stand. Das sagte Walt Disney oft, um daran zu erinnern, dass seine (nicht ganz eigenständige) Erfindung von Micky Maus mit einem kleinen Schritt das Universum begründete, das er in wenigen Jahrzehnten mit Heerscharen von Künstlern und treuen Untergebenen erschuf.  Freilich sagte er das, als der charmante Nager bereits anfing, in Vergessenheit zu geraten. Schon die animatorische Herkulesleistung „Fantasia“ mit ihrer legendären Zauberlehrling-Episode diente vor allem dazu, die Maus wieder zurück ins Rampenlicht zu holen, nachdem die Walt Disney Company mit abendfüllenden, märchenhaften Zeichentrickfilmen das Kino mit einer Mischung aus amerikanisch-liberaler Romantik, Hyperemotionalisierung und moralischer Prägnanz verändert hatte, die Urszene des anthropomorphisierten Crazy-Creature-Slapsticks aber zu verdrängen begann. Nicht erst nach Walt Disneys frühem Tod im Jahr 1966, nur elf Jahre nachdem der auch aus heutiger Sicht extrem ri...

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 Nach der Befreiung folgt unweigerlich die Wüste. 

Qual der Wahl

Freiheit                 O D E R                               Sicherheit                     

Und ab geht die Postdemokratie

Es ist ein altes Spiel: Weil die Ökonomie das Schicksal jeder freiheitlichen Gesellschaft ist, verführt die kriselnde Wirtschaft jene  liberalen Gesellschaften dazu, ihre Probleme mit Mitteln zu lösen, die der Freiheit widersprechen. Um die geliebte Freiheit zu retten werden ihre Grundfeste nach und nach abgetragen. Denn Freiheit und Sicherheit gibt es nie im Doppelpack . 

Zeitenwende (9)

Gesellschaften verändern sich nur langsam, Gemeinschaften umso schneller. Seit dem Eintritt ins Internetzeitalter unterliegen die Bedingungen für Gemeinschaftsstrukturen einer krassen, wenn nicht sogar revolutionären Verwandlung. Die Geschwindigkeit dieses Umschwungs, der auch als Wandel der menschlichen Kommunikation verstanden werden kann – umso mehr, da es sich hier vor allem um eine Erweiterung der Möglichkeiten handelt –, lässt sich schon allein daran abmessen, dass sich kaum eine Wertediskussion den Hinweis auf die Gefährlichkeit, Oberflächlichkeit und Offenheit dieser neuartigen Gemeinschaftsstrukturen verbieten kann. Diesen Wechsel aber allein auf den Beginn des digitalen Zeitalters festzunageln, ist ein großes Missverständnis. Zum einen befinden wir uns nicht an der Schwelle zur digitalen Ara, sondern wir stehen mitten drin. Zum anderen folgt die Mentalität der Gemeinschaftspluralisierung der Logik einer sich zersetzenden öffentlichen Gesellschaft. Hin zum Privaten, zurück zu...

Zeitenwende (2)

Die Kulturkritik ist dem Tode nahe. Und niemand schaut zu. Kulturkritik verstehe ich weniger als medial konfiguriertes Produkt. Wäre es so einfach, dann würden ganz andere Theaterstücke aufgeführt und ganz andere Musikstücke im Radio gespielt werden. Kulturkritik ist ein Vorgang, ein Prozess, mit dem jeder, wirklich jeder Mensch Einfluss auf die Kultur ausüben kann, in der er lebt. Kultur ist Menschenwerk und muss auch von Menschen kritisch hinterfragt werden. Übernehmen erst einmal seelenlose technische Systeme diese Aufgabe – und das tun sie, wenn man nur an Google denkt –, dann verliert der einzelne Mensch immer mehr an Einfluss. Er wird zum hilflosen Konsumenten, der sich aber nicht hilflos fühlt. Ganz im Gegenteil. Er freut sich sogar über das immer größer werdende Angebot, das ihm so sehr zu entsprechen scheint. Kultur hat aber einen politischen Wert. Das gilt am meisten für die Kunst. Die oftmals als Kassandrarufe interpretierten Werke von Schriftstellern oder Malern sind in W...

Reflexionen aus dem beschädigten Leben

Eine Philosophie des Bloggens Am 19. Februar 2004 – vor genau 5 Jahren – habe ich diesen Blog mit den Worten begonnen: Das habe ich noch vor Tagen von der Idee geredet, da nimmt sie schon mehr und mehr Gestalt an. Erste Worte sind immer etwas Schreckliches; egal was sie auch immer behauptet haben, sie wirken in der Rückschau immer irgendwie vorausschauend. Nicht nur der Schreibfehler im ersten Wort dieses Blogs weist auf die endgültige Fehlerhaftigkeit des Unternehmens hin. Auch der vermessene Ton des darauf folgenden Artikels: Einen Psychologie-Test wollte ich entwerfen, um für ein Schulfach Psychologie zu werben. Irgendwie erscheint mir die Dialektik des Unterfangens (eine seltsame Ungeheuerlichkeit) heute als Ironie. Mit Trompeten angekündigt, was nicht zu halten sein kann. Hätte es mir nur jemand vorher gesagt. Aber: Ich habe immer an diese großen, wenn auch wirkungslosen Ideen geglaubt – und wie wertvoll sind die vielen Stunden Unterhaltung, um der so brüchigen Idee eine Rea...