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Abgelehnt

Nun, nach dem tiefen Fall von SPIEGEL-Schönschreiber Claas Relotius, sollte man für einen sentimentalen Moment an all jene Geschichten denken, die von Blattmachern und Chefredakteuren der Vergessenheit überantwortet wurden, weil sie nicht genügend spannend, emotional und sexy waren.

Amore

Liebe ist das Banalste auf der Welt.  Zu lieben ist das Komplexeste, das sich vorstellen lässt.

Coldplay: Geschichte einer enttäuschten Liebe

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Zwei trostvolle Alben für die Ewigkeit - und dann kam die schrittweise Hinwendung zum seelenlosen Plastikpop: Coldplay haben ihre Seele an den Kommerz verkauft.    Was ist nur aus dieser Band geworden, die einmal so treffend den „Trouble“ nach der verloren gegangenen Liebe besang, sich in die Gehirnwindungen eines Wissenschaftlers vergraben konnte, das erbarmungslose Verstreichen der Lebenszeit in eine grelle Klavier-Tanz-Nummer überführte und den Titel eines ihrer kürzesten und schönsten Songs dem goldenen Mantra eines Kultbuchs für Nerds und Studenten entlieh? Ich muss zugeben, dass ich an Coldplay verzweifle. Ich kann nicht begreifen, wie es möglich sein kann, dass vier doch recht begabte Typen, die einen Haufen unsterblicher Lieder geschrieben haben, plötzlich aufgehört haben, Musik zu machen. Oder wenigstens Musik, die berühren will. Wie sensibel waren die Welt- und Selbstbeobachtungen dieser Band einmal. Inzwischen werden ihre Songs von einer selten geschmack...

What Do I Care?

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October and the trees are stripped bare Of all they wear. What do I care?  October and kingdoms rise And kingdoms fall But you go on And on. Alle großen Bands haben mindestens eine Handvoll melancholische Songs im Repertoire. Selbst die Rolling Stones. Nur U2 bilden da eine Ausnahme. Bis auf das gloriose, mit Brian Eno unter dem Pseudonym Passengers aufgenommene "Your Blue Room" (auf dem Album "Original Soundtracks 1") gibt es keine Schwermut im Katalog. Nur pathetische Nuancen der Trauer. Ungewöhnlich für irische Musiker. Aber da ist ja noch das haikueske, spirituelle "October", das von The Edge für die gleichnamige zweite Platte der Band einsam an einem Klavier fallen gelassen wurde. Es ist eines der schönsten Lieder von U2.

Dieses feine, unaufhörliche Geräusch

Merk auf dieses feine, unaufhörliche Geräusch, es ist die Stille. Horch auf das, was man hört, wenn man nichts mehr vernimmt. Paul Valéry

Das Wespennest ist eine Allzweckmetapher

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Wer bringt schon noch die Zeit auf?

Für einen Tag hat sich dieser erschreckend beständige, warme Sommer eine Pause gegönnt. Der morgendliche Regenguss hat sicher auch dem Zeitungsboten nur wenig Freude bereitet. Die ZEIT liegt wohl auch deshalb völlig durchnässt und beklommen neben dem Briefkasten. Sie passt nicht mehr in die Box hinein, weil sie meist etwas zu dick ist. Doch dieses Mal wäre es ohne Probleme möglich gewesen, denn der ZEIT fehlen diesmal aus einem mit nicht ganz nachvollziehbaren Grund mehrere Ressorts. Mir blieben der Politik-Teil, das Dossier und auch der Wirtschaftsbereich. Auf der Titelseite prangt die Aufforderung: „Sei mutig!“ . In der Titelgeschichte, die sich auf mehrere Artikel verteilt, stellt die ZEIT die Frage, was in heutigen Zeiten noch Courage ist. Damit meinen die Blattmacher natürlich: Warum sind die Menschen heute nur so mutlos? Noch eigentlicher fragen sie: Warum gibt es immer weniger Zivilcourage? Vielleicht ist auch implizit damit gemeint, warum das Mitleid mit in Not geratenen,...

Security Blanket

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Perspektive

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Es ist ein Glück, dass es Vögel gibt. 

Vierundzwanzig Augen sehen nichts

Vierundzwanzig Augen  Sehen auf Becquerel Und drängen aus dem Haus. Wohin mit all der Furcht? Alles schmeckt nunmehr nach Blei Furchtbar konzentriert und grau. Himmelhilf, die Wörter  Tun’s schon lang nicht mehr, Sie sind schal und ohne Klang. Wolken weiß, das Gras so grün Alsbald wird das Meer gehörnt Scheppern Schiffe übers Land. Blaue Milch tritt aus dem Hahn  Nun schreien sie alle:  Trinkt Aluminium!

Bulldoggen

Fletsch!  Diese Viecher. Grobschlächtig. Roh. Winselnd. Treuherzig schauen sie drein. Aber sie haben es immerzu auf die Hände abgesehen. Daher habe ich sie früher nie in ihre Richtung geschwenkt. Der Dackel, dieser fiese Verräter, der mir auf dem Weg zur Schule immer entgegengekommen ist. Bellend. Beifuß!  Sie sind abgerichtet aufs Jagen, Schnappen, Zubeißen, Fressen, Kuscheln, Spielen, Dasein. Sie können nicht allein sein. Traurige Existenz. Sie gleichen den Menschen. Irgendwann werden sie auf zwei Beinen stehen. Schwankend. Vielleicht lernen sie auch einige Worte zu sprechen. Jaulende Buchstaben. Keine Gnade. Nur Herrchen und Frauchen werden geduldet. Und ein paar Streicheleinheiten fremder Hand. Fass!  Vor der Höllenpforte sitzt stolz und auch ein wenig gelangweilt der Zerberus und wartet auf Besuch. Immer wieder fahren sich die drei Mäuler gegenseitig an, als hätten sie für einen Moment vergessen, dass sie auf ewig eine Schicksalsgemeinschaft bi...

Vaterlos

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Die andere Seite des deutschen Kinos

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Transport

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Ich, einfach unverbesserlich

Nichts ist unerotischer als Menschen, die sich ihrer eigenen erotischen Ausstrahlung zu sehr bewusst sind.

Ein Zeitvertreib wie Sex und Tanzen

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Gut so?

Erst musste alles gut sein, um etwas zu bedeuten. Als aber das Gute nicht mehr gut genug war (also langweilig wurde), begann man nach dem Neuen Ausschau zu halten. Doch irgendwann war das Neue nicht mehr neu (es verblasste, schließlich begann es sogar zu schimmeln) und so wandte man sich dem Besonderen zu.  Aber dann bemerkte man, dass das Besondere irgendwie nicht lange besonders blieb - und sagte sich: Scheiß drauf, es gibt zu wenig Gutes, um noch einmal von vorn anzufangen.

Kinder

„Kinder haben noch nie auf ihre Eltern gehört, sie aber stets nachgeahmt.“ James Baldwin

Wüst und leer

Im Kino gewesen und „Lawrence von Arabien“ gesehen. Natürlich gestaunt. 70mm, in aufgemotzter Fassung. 227 Minuten. Mit Pause. Ein Film, den man nach zahlreichen Wiederholungen natürlich aus dem Fernsehen kennt - der aber nur auf der großen Leinwand Sinn ergibt.  Ein Film über Zeit und Bewegung. Ein Historienschinken, der trotz seiner großen Bilder, trotz seiner Sehnsucht zu überwältigen, die psychische, ja auch die physische Entwicklung seiner Hauptfigur niemals außer acht lässt. Wie klug, mit dem banalen Motorradunfalltod eines Mannes zu beginnen, von dem in fast vier Stunden gezeigt wird, wie er versucht, die Welt mit seinen erst filigranen, dann immer kräftiger zupackenden Händen nach seinen Vorstellungen zu gestalten.  Zwischenzeitlich fühlt sich dieser Thomas Edward Lawrence wie ein Messias, der sogar daran glaubt, übers Wasser gehen zu können. Trotzdem kann er nicht verhindern, dass einer seiner Schützlinge (die ihm folgen wie Jünger) erbärmlich im Treibsand ...

Plastik

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