Posts

Posts mit dem Label "2001 - Odyssee im Weltraum" werden angezeigt.

Liebe ohne Leid

Bild
Das Kino hat uns die Künstliche Intelligenz schon sehr früh auf den Hals gehetzt. In Stanley Kubricks Sci-Fi-Opus „2001 – Odyssee im Weltraum“ ist es schon zur Jahrtausendwende soweit. Die Raumschiff-KI HAL9000 entpuppt sich hier bekanntlich als Tötungsmaschine, weil sie mit gewissen ambivalenten menschlichen Eigenschaften überfordert ist. In „Terminator 2“ endeten gar schon am 29. August 1997 drei Milliarden Leben, weil die Menschheit einer Superintelligenz lästig geworden ist.  Alles ganz schön pessimistisch. Dieses Urteil verfestigt sich, wenn man nun noch einmal „Her“ von Spike Jonze anschaut. 2013 wirkte die tragikomische RomCom mit Joaquin Phoenix, der sich Hals über Kopf in eine Künstliche Intelligenz namens Samantha (mit der Stimme von Scarlett Johansson) verliebt, wie eine schrullige Prophetie. Nun ist es ein geradezu unheimlicher, weil erschütternd gegenwartsgesättigter Film.  An dem Thema Künstliche Intelligenz kommt man auch in diesem Jahr schwer vorbei. Allein, ...

Albtraum Geburt

Bild
„Eraserhead“ ist bis heute der erschreckendste Film von David Lynch geblieben. Das surrealistische Meisterstück ist nicht nur ein Höhepunkt des experimentellen Films, sondern liefert auch den Interpretationsschlüssel für alle späteren Werke des Regisseurs mit.  1977 probte das amerikanische Kino den Hypersprung und wagte sich zum ersten Mal in eine neue Galaxis vor. Mit „Krieg der Sterne“ von George Lucas wurde das Weltall nach Georges Méliès „Reise zum Mond“ und Stanley Kubricks „2001 - Odyssee im Weltraum“ endgültig für die große Leinwand erobert - und mit Lichtschwert-Power und Sternenkreuzern zum Explosionsfeld aufgedreht. Doch in diesem fürs Kino beachtliche Jahr wagte sich auch ein anderer Regisseur auf einen fremden Planeten vor und schilderte mit alpdruckhaften, expressionistischen Bildern eine phantastische Reise in eine (Innen-)Welt, die möglicherweise noch wesentlich unerforschter ist als so mancher Lichtjahre entfernter Sternenhaufen. „Eraserhead“, David Lynch...

Also sprach Stanley Kubrick

In einer Fernsehwelt, die sich mit grenzdebilen Reality-Show-Experimenten über Wasser hält, in der Show alles ist und Nachrichten zum Infotainment gewandelt werden, gilt der Film, ja das Kino schlechthin, nicht mehr viel. Hollywood-Blockbuster werden zu Programmhöhepunkten stilisiert, Fernsehfilme vor dem Publikum versteckt. Cineastisches Kleinod wird regelrecht verbannt auf die hintersten Plätze, kurz nach Mitternacht, wo sonst nur noch splitternackte Frauen reichlich dümmliche Quizshows moderieren. Es steht schlecht um den Film im Fernsehen – nicht nur wegen derartiger Trashauswüchse, die an Erbärmlichkeit kaum zu übertreffen sind. Die teuer produzierten TV Serien aus den USA graben dem europäischen Kino- und TV-Film genauso wie den deutschen Serien das Wasser ab, weil sie qualitativ hochwertig sind und zugleich fesselnder. Sie bieten größeren Identifikationsraum und Zerstreuung, da die Konzentration fürs große Kino nicht mehr reicht. Wenn das Arthouse-Kino, europäische Autoren-...