Posts

Posts mit dem Label "Psychologie" werden angezeigt.

Angst und Wut

Bild
Diese Mischung aus Angst und Wut, die schnell verwechselt werden kann mit Verachtung oder Hass, aber die recht eigentlich ein trauriges Kind der Verzweiflung ist. 

Lachend vereint

Bild
Weißt du noch, wie wir einst gemeinsam die Schulbank drückten? Eigentlich kannten wir uns kaum, und so ist es nur verständlich, dass wir uns irgendwann, als die Lernzeit endlich vorbei war, aus den Augen verloren.  Doch noch heute erinnere ich mich an jene kurzweiligen Stunden, als wir nebeneinander sitzend den heiligen Ernst und die Garstigkeit so mancher Unterrichtseinheit in Geschichte und Deutsch hinweg lachten. Manchmal waren wir so laut beim Wettlächeln, dass es einen Rüffel hagelte. Einmal wurden wir sogar auseinandergesetzt - und grinsten doch gemeinsam weiter.  Ich habe viele Menschen bis auf den Grund ihrer Seele gesehen. Von dir weiß ich nicht einmal, wie und wo du jetzt lebst. Doch die Verbundenheit, die sich durch unsere geteilte Lust am Lachen, am Absurden, am sinnfreien Schabernack, ausdrückte, habe ich nie vergessen. Auch nicht deine innige Umarmung, als wir uns einmal, im Grunde zufällig, wieder sahen.  Für J. 

Zwei Arten: Sprung ins kalte Wasser

Von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet, gibt es eigentlich nur zwei Arten von Menschen: Jene, die mit einem Kopfsprung ins kalte Wasser hechten und solche, die sich das nie trauen werden.  Die Kopfvoranstürmer haben diesen Weg ins kühle Nass meist schon in sehr jungen Jahren gelernt. Sie würden gar nicht mehr auf die Idee kommen, sich burschikos in den Teich fallen zu lassen. Selbst wenn das Becken nur Zwergengröße hat: Der Kopfsprung symbolisiert Selbstvertrauen und Anmut. Als er erst einmal gelungen war, stellte das dunkle Blau keine Gefahr mehr dar. Und wer so ins feuchte Element gleitet, fürchtet sich auch nicht vor den Petitessen des Alltags.  Die Hineinplumpser hingegen sind alles andere als Wasserratten. Sie schwimmen, ja. Aber sie müssen dafür nicht planschen und wie wild spritzen, wie es meist die Kopfschwinger tun. Sie springen nicht, weil sie Angst davor haben - oder weil sie es lächerlich finden, so ihren Weg ins Wasser zu finden.  Stat...

Spaziergänger

Ich habe mich vor einiger Zeit dafür entschieden, bewusst darauf zu achten, wie die Menschen gehen, um ihnen, wenn sie aus Hetze oder Böswilligkeit auf mich zulaufen, als hätten sie mich nicht gesehen, ohne Anstrengung ausweichen zu können.  Manchmal treffe ich jemanden, der es ähnlich macht wie ich. Aber das ist selten. 

Am Drücker

Was manche Beharrlichkeit nennen, ist für andere Penetranz. 

Agonie des Realen

Der realistische Blick ist womöglich nicht die geeigneteste Perspektive, um die Wirklichkeit zu erfassen. 

Der väterliche Freund

Es gibt im Leben eines heranwachsenden Menschen irgendwann einen Punkt, da reichen die eigenen Erlebnisse und Geistesanstrengungen nicht mehr aus, um ein oder mehrere Probleme zu bewältigen. Eine eigentlich fürs Leben geschlossene Beziehung zerbricht. Die eigenen Eltern wenden sich pikiert oder einfach desinteressiert ab. Das Studium findet kein gescheites Ende. Der Weg zur anständig bezahlten Arbeit, von Traumjob ist gar nicht zu sprechen, erfüllt sich nicht. Die Zahl der möglichen Schwierigkeiten ist Legion. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Menschen, die einem am nächsten stehen, in solchen Problemlagen nicht immer die richtigen Ratgeber sind. Zu sehr mischen sich in ihr Urteil zum Teil unrealistische Erwartungen (Familie), Verblendungen (enge Freunde) oder  sogar Abhängigkeit (Partner). Sollten sich die Schwierigkeiten dann noch mit den Lebenslinien der Liebsten ungünstig verbinden, werden aus Anregungen schnell Drohungen. In solchen Fällen ist oftmals der vä...

Herzensgründe

Man MUSS die Probleme im Grunde seines Herzens lösen. Man muss die Probleme IM GRUNDE SEINES HERZENS lösen.

Was in uns ist

„Wenn du das, was in dir ist, zum Vorschein bringst, wird das, was du zum Vorschein bringst, dich retten. Wenn du das, was in dir ist, nicht zum Vorschein bringst, wird das, was du nicht zum Vorschein bringst, dich vernichten.“ Apokryphes Evangelium nach Thomas

Im Reich der Urwesen

Bild
Es gibt Dinge, die etwas zutiefst Infantiles ins Erwachsenenleben hinüberführen. Das kann Jazz sein. Aber auch Fußball. Es ist so mit Kreuzworträtseln und Bergsteigen. Der Witz ist, dass man sich die Übertragung, mit der man seine Kindheit zurückholen möchte, selbst aussuchen kann. Es schließt mit ein, dass man auch welche davon vollständig ablehnt. Vielleicht, weil man darin das eigene Sosein als reifendes Früchtchen einfach nicht (wieder-)erkennt.  So ging es mir stets mit Fantasy. Ich habe noch nie eine Runde „Magic: The Gathering“ gespielt oder Rätsel bei „Die Legenden von Andor“ gelöst. Als alle um mich herum „Warcraft“ zockten, flüchtete ich mich in den schrägen Humor von „Dungeon Keeper“ . Ich wüsste nicht, was mich dazu bringen sollte, einen Schmöker über Elfen zu lesen – und so viel ich J.R.R. Tolkien und George R.R. Martin literarisch abgewinnen kann, derartige Geschichten fesseln mich einfach nicht. Sie mögen mich unterhalten, aber sie berühren mich nicht.  Jede Aus...

Unfähigkeit zur Desillusionierung

„Tragödien entstehen durch Menschen, die sich weigern, aufzugeben.“   Adam Phillips

Postmoderne Individualität

Bild
Phlegmatisch-schwaches Selbstbild  Unsicherheit über die eigene Identität und Vergangenheit Last des Zuviel-Wissens Verlust des Vertrauens in die Welt und die Idee verbindlicher Wahrheiten  Ich vermisse die Zeit, als mein Spiegelbild noch keine Bildbeschreibung brauchte.

Die Ballade vom Olivenkern

Bild
Wir sind längst daran gewöhnt, dass uns alles ein wenig einfacher gemacht wird: Fisch kommt ohne Gräten daher und gerne paniert, Fleisch am besten ohne Knochen oder gleich ganz ohne Fleisch. Selbst an Obst und Gemüse wird im Labor herumgeschraubt, bis es bei Aussehen und Geschmack mehr unserer Idealvorstellung davon gleicht als der mitunter wankelmütigen, vom Wetter und anderen Wechselwirkungen abhängigen Realität. Natürlich ist es ein längst einforderungsfähiger Genuss, dass all das, was uns täglich wie gebratene Tauben in den Mund fliegt, von den Gefahren befreit ist, die nun einmal die Natur als letzten Grund für etwas erhöhte Konzentration und Geduld ausgelegt hat. Doch eines Tages kommt der Moment, da enthält eine saftige Olive, so schlaff sie auch daherkommen mag, einen verflucht harten Kern. Jeder Zahnarzt kann ein Lied davon singen.

Grundlagen der Liebe

Disziplin, Konzentration, Geduld, Glaube.

Traumstunden in Panama

Bild
Ich hatte Janosch einfach vergessen. Natürlich bemerkte ich hin und wieder seine gepinselte „Wondrak“-Kolumne in der ZEIT . Doch das war für mich irgendwie ein anderer Janosch als jener Wort-Bild-Jongleur aus meinen Kindertagen, der Panama als Sehnsuchtsraum entdeckte und gleichzeitig die Vorzüge gütiger Freundschaften und die Notwendigkeit kleiner Gehässigkeiten im Alltag beschrieb.  Ich fand zu Janosch in der Pandemiezeit zurück. Wie jeder Vater kämpfte ich damit, dass kleine Kinder nun einmal abends oft kein Interesse daran haben, das Entdecken des Lebens für so etwas so Geringwertiges wie Schlaf aufzugeben. Im Bett herrschte damals noch eine Art Pixie-Buch-Diktatur.  Während am helllichten Tag in der Corona-Isolation jeder auch in meinem Heim um sein Recht kämpfte, das zu tun, was getan werden musste, suchte ich nach einem Kinderprogramm fürs Fernsehen, das der animierten Ödnis von „Paw Patrol“ und Konsorten etwas weniger stumpfen Frohsinn entgegenhalten konnte.  Die ...

Der lange Weg zum Kompromiss

Ohne Verständnis und Verstehenwollen gibt es keine Kompromisse. 

Verabredet

Es gibt Menschen, die nur deshalb zu spät zu Verabredungen kommen, weil sie fürchten, allein auf jemanden warten zu müssen.

Keine Angst!

▶︎Fünf Sekunden tief durch die Nase so viel Sauerstoff wie möglich einatmen. Dabei an etwas Schönes, Hoffnungsvolles, Berührendes denken.  ▶︎ Fünf Sekunden den Atem anhalten.  Dabei versuchen, an überhaupt nichts zu denken. ▶︎Fünf Sekunden, oder so lange es möglich ist, durch den Mund ausatmen. Dabei an etwas Schlechtes, Trauriges, Unangenehmes denken. ▶︎ Diese Übung bis zu drei Mal am Tag jeweils zehn Minuten lang praktizieren.

Denken ohne Trost

„Gehe von deinen Beständen aus, nicht von deinen Parolen.“ Gottfried Benn

Glückssache

„Nur die sind glücklich, die ihren Geist auf etwas anderes richten als auf ihr eigenes Glück.“ John Stuart Mill