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Gesunder Menschenverstand

Die größte Gefahr für ein paranoides Weltverständnis ist der gesunde Menschenverstand. 

Gefälle

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Krisengewinne, Strukturwandel, Immobilieninflation, Finanzialisierung, überhaupt die Globalisierung – es gibt viele Gründe, warum reiche Menschen in den letzten Jahrzehnten immer wohlhabender geworden sind. Die Armen werden dabei nicht zwingend ärmer, aber sie werden relativ abgehängt. Der Verlust gemeinsamer kultureller Maßstäbe – was heute als Erfolg, Teilhabe oder Bildung gilt – sorgt zusätzlich dafür, dass sich immer mehr Menschen als benachteiligt wahrnehmen und Armut zunehmend als persönliches Schicksal hingenommen wird. Soziologen und Ökonomen halten dem das alte Versprechen der Bildung als Möglichkeit zum sozialen Aufstieg entgegen. Doch der digitale Wandel, verstärkt durch den Fortschritt künstlicher Intelligenz, spaltet auch diese Hoffnung. Während die einen die neuen Werkzeuge nutzen, um Wissen zu mehren und ihren Alltag effizienter zu gestalten (was ökonomische und zeitliche Vorteile mit sich bringt), richten sich andere in einer digitalen Verelendung ein, die ihnen zwar un...

Neugier

Wissenschaft enthüllt, was wir noch nicht wissen. Sie hat nicht die Aufgabe festzustellen, was wir wissen sollen. 

Intelligenz und Intellekt

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Es gibt einen Unterschied zwischen Intelligenz und Intellekt. Die Ironie besteht darin, dass die meisten intelligenten Menschen keine Intellektuellen sind und sehr viele Intellektuelle nicht unbedingt einen erhöhten Intelligenzquotienten haben.  Intelligenz bedeutet, etwas verstehen zu können. Intellekt meint eher, etwas verstehen zu wollen. Während also die einen aus etwas schöpfen, das ihnen zur Verfügung steht und von dem sie wissen, dass es einen Wert hat, graben die anderen nach etwas, von dem sie glauben, dass es sie und womöglich andere bereichert.  Das, was Intelligenz hervorbringt, genügt sich selbst, braucht keine Begründung. Das, was Intellekt produziert, bedarf immer einer Bezugnahme auf andere(s).

Zeitenwende (2)

Die Kulturkritik ist dem Tode nahe. Und niemand schaut zu. Kulturkritik verstehe ich weniger als medial konfiguriertes Produkt. Wäre es so einfach, dann würden ganz andere Theaterstücke aufgeführt und ganz andere Musikstücke im Radio gespielt werden. Kulturkritik ist ein Vorgang, ein Prozess, mit dem jeder, wirklich jeder Mensch Einfluss auf die Kultur ausüben kann, in der er lebt. Kultur ist Menschenwerk und muss auch von Menschen kritisch hinterfragt werden. Übernehmen erst einmal seelenlose technische Systeme diese Aufgabe – und das tun sie, wenn man nur an Google denkt –, dann verliert der einzelne Mensch immer mehr an Einfluss. Er wird zum hilflosen Konsumenten, der sich aber nicht hilflos fühlt. Ganz im Gegenteil. Er freut sich sogar über das immer größer werdende Angebot, das ihm so sehr zu entsprechen scheint. Kultur hat aber einen politischen Wert. Das gilt am meisten für die Kunst. Die oftmals als Kassandrarufe interpretierten Werke von Schriftstellern oder Malern sind in W...