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Posts mit dem Label "Psychoanalyse" werden angezeigt.

Unfähigkeit zur Desillusionierung

„Tragödien entstehen durch Menschen, die sich weigern, aufzugeben.“   Adam Phillips

Spurlos verschwunden

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Die meisten meiner Phantasmen neigen sich dem Unheimlichen zu: aus großer Höhe fallen (oder flügellos fliegen können), von einem Unbekannten verfolgt werden (und, erst einmal geschnappt, im Nahkampf kein Gefühl in den Knochen zu haben, während ich zurückschlage) oder plötzlich zu verschwinden.  Erzählungen über Menschen, die von einem Moment auf den anderen wie vom Erdboden verschluckt erscheinen, berühren mich. Wurden sie entführt, gar getötet? Hatten sie einen Unfall - etwa der Fall in ein tiefes Loch während eines Waldspaziergangs? Haben sie ein neues Leben unter anderer Identität begonnen? Melden sie sich eines Tages vielleicht wieder; ein Anruf mitten in der Nacht? Warum hinterlassen sie keine Botschaft, wieso gibt es nicht einmal einen Hinweis auf ihren Weg hinfort?  Manchmal versteckt sich darin die Vorstellung von der Flucht aus einer Welt, die nicht mehr zu ertragen ist. Natürlich: auch eine Metapher für den letzten Handgriff.  Auszuschließen ist nicht, dass böse...

David Lynch von A-Z: Nicht zu Ende geboren

Eine der vielen (vielleicht hilflosen, aber nötigen) Interpretationskrücken, mit der man David Lynch beizukommen versuchte, ist die des „nicht zu Ende geborenen Mannes“. Laut Filmkritiker Georg Seeßlen implementierte der Regisseur in fast all seinen Filmen eine oder mehrere symbolische Figuren, die über einen Urzustand des Seins (noch) nicht hinaus gekommen sind. Ihr Schicksal pendelt zwischen Tragik und Komik. Angst vor dem Erwachsenwerden Natürlich scheint hier „Eraserhead“ am Hintergrund auf, das symbolische Ur-Ei in „Lynchville“. Hier hat der Protagonist mit einem schockierenden, kreischenden, röchelnden, wurmähnlichen Wesen zu kämpfen, dessen Vater er angeblich sein soll. Aber auch der „Elefantenmensch“, der als menschliche Ungestalt auf die Welt kommt, folgt diesem theoretischen Konzept geradezu schauderhaft konsequent.  Doch der psychoanalytische Ansatz, der auch schon für Lynchs erste bedrückende Kurzfilme wie „The Grandmother“ fruchtbar gemacht werden kann, reic...

Spiegelmenschen

Das Leben ändert sich, wenn wir einen Spiegelmenschen treffen. Wäre unser Dasein nur ein Theaterspiel, dann würde dieser  Agent provocateur auf den Plan gerufen, wenn nichts anderes mehr geht. Er ist so etwas wie eine Deus ex machina , um bei den Bühnenbrettern zu bleiben, aber er tritt nicht erst zum Schluss auf, um Heldin oder Held zu befreien.  Der Agent provocateur , wie er hier verstanden wird, taucht auf wie aus dem Nichts. Er erscheint jemandem zunächst wie ein Geschenk. Verständnisvoll, lebhaft, voller Geheimnisse, die gemeinsam erforscht werden wollen. Er wird zum Freund. Man verbringt Zeit mit ihm und hofft, dass sie nie endet. Frauen und Männer treten ganz sicher in etwa in der gleichen Häufigkeit als Spiegelmenschen auf. Aber es wird später unterschiedlich über sie gesprochen. Manche verschwinden mit der Zeit wieder - aber nie, ohne das entscheidende Werk getan zu haben.  Ein Agent provocateur ist gemäß Lexikondefinition eine Person, die bewusst provokativ ha...

Stilles Örtchen

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Man muss nicht einmal den Psychoanalytiker anrufen, um zu erkennen, dass sich introvertierte Menschen von extrovertierten dadurch unterscheiden, wie viel Zeit sie auf der Toilette verbringen.

Vom Versuchen eines Blogs

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In Sitcoms gab es früher einmal die Tradition, einzelne Episoden zu senden, die Rückblicke aus anderen Folgen zeigten. So saßen etwa die Golden Girls nachts vom Hunger auf Käsekuchen geweckt beieinander und sprachen am Küchentisch über Erlebnisse aus der Vergangenheit, die dann auch eingeblendet wurden. Das hatte mehrere Funktionen: Es ergab einen nostalgischen Rückblick, es versicherte den Zuschauern, welche Themen in der Serie von Belang sind, es brachte Erzählmaterial für eine emotionale Zusammenführung der Figuren und es schenkte etwas Erleichterung am Set, wenn einmal nur wenige Szenen gedreht werden mussten, die dann von älteren Sequenzen angereichert wurden.  Vielleicht funktioniert dieser Blog auch ein wenig so wie diese mal nachdenklich stimmenden, mal warmherzigen Serieneinsprengsel, die an sich wenig Eigenwert haben, aber auf eine sehr elegante Art nebenher deutlich machen, was eigentlich in einer langen Erzählung wichtig ist. Die Story dieser Melancholy Symphony hat vo...

Lektionen der Liebe

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Als ich jungen Jahren nicht weiter wusste, schenkte mir mein Großvater ein Buch von Erich Fromm : „Die Kunst des Liebens“ . In meinen Träumen hatte sich ein bleichzartes Mädchen um meinen Hals geschlungen und wollte sich auch nicht mehr aus den Schattenspielen der Nacht vertreiben lassen. Meine erste bittersüße Lektion der Liebe: Die Idee von Amor mit den Pfeilen ist kein schlechter Witz. Der Wundschmerz resultiert aber daraus, dass man keinen blassen Schimmer hat, warum das Herz eben genau für jene eine zu pochen beginnt. Und dann will diese Pfeilnarbe auch ein Leben lang nicht mehr heilen. Wenn das Unbewusste rebelliert: Szene aus „Vergiss mein nicht“ Die nächste Lektion kam von Psychoanalytiker Fromm. Ich habe sie - genau wie die erste - nie wieder vergessen. Schon mit den ersten Zeilen seines berühmtesten Buchs, „Die Kunst des Liebens“, legte er mir einen Gedanken nahe, der mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal im Albtraum gekommen war: Menschen können unfähig zur ...

Sie haben entschieden!

Voyeur  oder Exhibitionist

Beherrscht

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