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Angstblüten: Computer

Abécédaire der Albtraumgewächse C omputer Die Furcht vor dem schwarzen Bildschirm. Wenn nichts mehr geht. Alles eingefroren scheint. Alles Geschriebene hinfort ist. Entsorgt. Im Nichts verschwunden. Nicht mehr zurückzuholen. Computer werden nicht bedient. Das ist ein Irrtum. Sie bedienen uns. Sie sollten uns dienen. Sie können nur sein, wie man sie uns erfindet. Sie irren nicht. Sie funktionieren logisch. (Anders als wir Menschen, denn wir funktionieren eben nicht logisch, werden es auch nie.) Der Computer verlangt nach Tastenkombinationen. Sensomotorische Kommunikation. Alt Plus. Nichtsende Sprache, die, in sich selbst versunken, über sich selbst hinaus stumpf bleibt. Der Systemabsturz dämmert immer schon am Horizont. Was, wenn es keinen Neustart mehr gibt? Was, wenn die Rettung ausbleibt?

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (Teil 2)

All jene Texte, die noch nicht geschrieben sind...  Etwas darüber erzählen, was es bedeutet, vorn zu stehen (ob vor der Schulklasse, vor einer Fußballmannschaft, vor leeren Rängen, vor Studenten, vor Publikum).  Über wütende Menschen schimpfen - und dabei die Lächerlichkeit der Zornigen bloßstellen.  Vom Computerspielen berichten (von größter Simplizität der Automaten über komplexe, filmähnliche Virtualwelten bis hin zurück zur quatschblöden Smartphonedaddelei).  Endlich einmal die kommunikative Unsitte der ... (drei Punkte) anprangern.  Still und heimlich erklären, warum es möglich ist, Fan des FC Bayern München zu sein.  Schnappschüsse aus dem Glutofen der Pubertät machen (schade, vorbei).  Der femme fragile eine Liebeserklärung machen.  Denkmalpflege für die großartige, sensibelste TV-Serie aller Zeiten betreiben: "Six Feet Under" (und dann auch gleich die beispiellose Komplexität von "In Treatment" beschreiben).  Den stil...

Du bist nicht mehr da

Wie kann das sein? Eben hast du doch noch auf deiner Couch gesessen und ein Lied gepfiffen. So oft hatten wir Pläne geschmiedet, wie wir gemeinsam durch die Stadt zögen, um zu fotografieren. Einfach darauf los. Um Sehen zu lernen.  Als ich klein war und die Sonntage immer länger wurden und der Kuchen bereits verspeist war, hast du mir oft, damit mir die Zeit schneller verginge, Einblick in deinen Computer gewährt. Entweder spielte ich mit deinen Computerspielen (sie waren damals noch so herzzerreißend simpel; man konnte jeden Pixel auf dem schwarz-gelben Bildschirm einzeln zählen) oder fantasierte ein paar Geschichten, die du dann, ohne von ihnen je müde oder gelangweilt gewesen zu sein, in die Tasten gehauen hast. Du hast für mich geschrieben, bevor ich schreiben konnte.  Du hast mir beigebracht, was es bedeutet zu lieben. Dabei hast du nicht von Erfahrungen gesprochen, die du selbst nicht gemacht hast, sondern du hast immer nur davon berichtet, was dich ...