28. August 2007

Die Kuschelkrisenkinder
Versuch eines Generationsporträts

Ich bin Teil einer Generation, die noch keinen Namen hat. Sie ist deshalb namenlos, weil sie für vieles steht und doch nichts. Meine Generation ist einsam und verloren und doch trägt sie den Impuls einer rastlosen Fröhlichkeit im Herzen.

Ich nenne meine Generation die Kuschelkrisenkinder.

Wir leben von dem Widerspruch, eine harmoniesüchtige Generation zu sein, die inmitten einer zunehmend aus den Fugen geratenen Weltordnung groß werden muss.
Wir – das sind jene, die nur wenige Erinnerungen haben an eine zweigeteilte Welt. Wir, das sind jene, die als ersten politischen Geburtsakt den 11. September erlebten. Wir sind also jene, die live im Fernsehen beobachteten, wie die Weltordnung der letzten 200 Jahre an einem Tag von einer Maschine, die gerade für all das steht, was unsere Gesellschaft verkörpern will (Freiheit und Grenzenlosigkeit), empfindlich erschüttert wurde. Nun sind wir Zeugen einer sich verändernden Welt – aber einer mit Umwälzungen und Änderungen kämpfenden; rettungslos dazu verdammt zu beobachten, aber nicht eingreifen zu können. Meine Generation ist hilflos, weil sie dazwischen steht. Den alten Kräften im Weg, die für Emanzipation einstehen wollen und den neuen – die noch nicht geboren sind! – gegenüber nicht aufgeschlossen, vielleicht nicht aufmerksam genug.

Wir sind die Ungeprüften – denn unsere Moral musste sich niemals bewähren. Unsere Vernunft ist von einer vergangenen Generation mit Blut erkämpft worden, die gleichsam darauf hoffte, dass zukünftige Generationen es besser haben würden. Diese tapferen Kämpfenden waren gezwungen erwachsen zu sein. Sie mussten. Wir hingegen, die Untröstlichen, sind Kinder. Mutlos – hoffend, aber nicht in der Lage zu agieren. Eigentlich sollten wir erwachsen sein. Aber das Wort „eigentlich“ ist es, das uns definiert und prägt. Es steht für die Unbeständigkeit unserer Welt und damit die Unbeständigkeit unseres Charakters.

Meine Generation wächst auf in einer Welt, in der ein Gott nicht mehr existiert. Aber nicht Gott ist tot, sondern der Mensch. Und so ist der verzweifelte Kampf, Gott zu reanimieren, nur der Wunsch, dem gestaltlosen Leben der Moderne Sinn zu verleihen. Sehnsucht treibt uns Wurzellose an, weil wir an die Träume glauben, die uns suggeriert werden. Unsere Identität bedient sich nur noch der Ästhetik von Ideen – lebt das Ritual und nicht die Religion. Wir wollen nicht zerstören wie noch einige Generation vor uns. Wir wollen mit den Widersprüchen und Problemen leben lernen. Meine Generation ist also mutig und doch feige, weil sie keinen neuen Weg beschreitet, sondern lieber den scheinbar beleuchteten Pfad betreten will.

Fragt man uns nach der Revolution, so winken wir ab und verweisen auf die Alten. Die Alten aber gierten nach ewiger Jugend. Wir aber blicken als junge Menschen melancholisch wie die Alten auf die Welt. Wir wollen nicht streiten, nicht kämpfen, nicht töten – wir verlangen Harmonie. Kinder, die das Kuscheln lieben. Und das politisch Korrekte.

Wenn wir Nachkömmlinge zeugen, dann wollen wir sie nicht anders, besser, schöner erziehen als unsere Eltern. Unsere Eltern sind uns manchmal sogar Vorbilder. Das unterscheidet uns von unseren Vorgenerationen.

Wir bleiben stattdessen ewige Infanten mit dem blinden Vertrauen eines Säuglings.

Unser heiliger Gral findet sich heute in Form gleißender, perfektionierter Technik wieder: Handys, Laptops, I-Pods. Und alles wird gerahmt vom großen Bruder Internet. Eine Alternativwelt unvorstellbaren Ausmaßes bietet meiner Generation Zerstreuung vom tristen Alltag – bietet Hoffnung, wo in der Realität Misstrauen herrscht. Wir geben unseren Spielzeugen drollige Namen, vertrauen ihnen, sehen sie als unumstößlichen Beweis unserer Individualität. Denn: Niemand vor uns nannte sich individueller. Keine Generation formte vollendeter an der Definition und der nach außen hin verkörperten Form des Ichs. Wenn die Hardware strahlt, wie kann dann die Software fehlerhaft sein? Oder gerade doch. Nie tanzte ein Teil einer Generation inniger mit der Depression. Aber statt sie zu verdammen, verehren sie eiige, als würde sie unserem Alltag Gewicht geben. Nur wer die Welt sichtbar erleidet, kann sie auch erleben.

Unsere Führer wollen den Frieden und fordern den Konsum. Keiner muss schießen, um zu überleben, aber jeder muss kaufen, um zu existieren. Hier werden wir verdammt zum Säuglingsdasein. Ewig saugen an der Brust der Vermarktungsideologie. Luxus heißt Beliebtheit. Beschränkung heißt Laster.
Aber keine Generation erscheint so friedlich wie wir. Prinzipientreue ist unser erstes Gebot. Bloß keine Konfrontation scheinen wir zu denken. In einer aberwitzig schnellen Welt, deren Arbeitskultur ein großes, lautes Rauschen ist, wollen wir die Ohren schließen. Meine Generation (er-) findet eine neue Innerlichkeit. Und ist stolz darauf.

Wenn es brennt, dann eilen die einen zum Feuer und die anderen schauen weg.
Wir haben das Gefühl, dass es überall und unentwegt brennt. Aber während manche alles tun, um die lodernden Flammen zu löschen (und machtlos sind), schließen viele die Augen vor dem Inferno. Sie begreifen den Flächenbrand als Gegenwart, der sie nicht entfliehen können und akzeptieren sie so, wie sie ist. Wir wissen so viel über die Krisen unserer Welt, dass wir die Lider schließen müssen, um unser Augenlicht nicht zu verlieren. Unser Humor ist deshalb zum blanken Zynismus verkommen oder regiert als Witz des Erbärmlichen, der sich auf Kosten der Schwächeren profiliert. Politiker sprechen von einer Zukunft, die sie für uns formen wollen. Doch meine Generation glaubt längst nicht mehr an ihre Versprechen. Wir ahnen längst, was eigentlich die Wahrheit ist: Es lenken nicht die Redner, sondern die Handelnden und damit die Handlungsreisenden.

In unserer Welt regiert die Verführung. Ein jeder kann sich nehmen, was er will – besitzt er die richtigen Fähigkeiten, dann wird er es schon kriegen. Sex erscheint überall verfügbar. Dabei leiden wir unter der Tyrannei der Intimität, wollen sie wegsperren oder sie im virtuellen Raum ausleben – wo der Schaden für unsere lädierten Seelen geringer erscheint. Wir Einsamen sehnen uns nach Nähe, verstehen aber nichts mehr von der Intimität unseres Herzens.
Alle unsere Leitmedien vermitteln Konnektivität. Als soziale Netzwerke definieren die Soziologen das Geflecht aus Beziehungen, das uns zusammenhalten soll. Deshalb sind wir äußerst kreativ, was unsere Kontaktbereitschaft angeht. Kontakte sind in dieser Welt die Schaltstelle zum Erfolg. Der Smalltalk ist die kennzeichnende Vermittlungskonstante.
Aber wir müssen so handeln, weil keine Generation jemals solche Anforderungen erfüllen musste: Flexibilität, Mobilität, Konzentration, Wirksamkeit – der Arbeitsmarkt verlangt junge Menschen mit der Erfahrung der alten. Eine Unmöglichkeit.

Wir ringen um die Möglichkeit dahinter!

Die Götzen unserer Welt sind Popstars. Und alle können Popstars sein. Ob sie nun Bücher schreiben, Filme drehen, Unternehmen leiten, Politik ausüben, Fotos machen oder einfach das Nichtstun zur Kunst erheben – sie alle eint die zum Ideal erkorene Selbstvermarktung. Wie werde ich zum unnahbaren Kunstprodukt, das mich selbst überlebt, könnte die Frage des Internetzeitalters sein. Unsterblichkeit, nur neu definiert. Firmen beschäftigen Tausende von Menschen damit, die Konsumziele unserer Generation herauszufinden, um sie dann wieder verwerten zu können. Die Beliebtheitsumfrage ist die wöchentlich aktualisierte Bibel unserer Zeit.
Kalkuliert wird dabei Sympathie und Antipathie gegeneinander ausgespielt. So sind wir abhängig von denen, die uns Orientierung bieten, weil unsere Welt – der globalisierte Markt – zu unübersichtlich geworden ist. Wir drücken ständig auf die Skip-Taste, nur damit es weiter geht.

Dabei gilt, alles mit Stil zu tun. Meine Generation ist stilbesessen. Einzigartigkeit ist das Ziel und obwohl wir nur irgendwelchen blassen Trends hinterher rennen, glauben wir, nur weil es so viele davon gibt, dass uns dies zu etwas Besonderem macht. Jeder will stolz sein auf seine Kleidung, seine Musik, seinen Stil. Deshalb hat meine Generation auch der Idee des Außenseiter einen neuen Sinn gegeben: weil es zum Ideal erhoben worden ist, anders zu wirken (und nur auf die Wirkung kommt es an), sind die Outsider dieser Generation nun entweder all jene, die sich keinen Stil leisten können oder es sind solche, die sich wirklich zu Werten, zu Ideen bekennen. Wo der Spießer (und wir kennen dutzende neuartige Formen des Spießertums) sein neues Terrain errichtet hat, wird der Romantiker zum Ausgestoßenen.


Trotzdem sind wir eine tolerante Generation. Wir tolerieren die Zersetzung der Kunst zum alleinigen Unterhaltungswert, wir akzeptieren tyrannische Arbeitgeber aus Angst um unseren Arbeitsplatz, wir überhören lügende Politiker und betrügende Sportler, sensationsheischenden Zeitungsboulevard mit menschenverachtender Berichterstattung und unfreundlich-anonyme Verkäufer. Und nicht zuletzt übersehen wir einfach wie schlecht es einem Großteil dieser Welt geht, weil wir tatsächlich glauben, dass die Spenden der Reichen schon genügen werden. Wir tolerieren das Böse, weil wir das Gute erhoffen.
Demokratisch fechten wir für unsere Grundrechte – solange sie uns zum Vorteil genügen.

Die Bedrohung ist vielfältig und zumeist unsichtbar.

Wir Kuschelkrisenkinder sind sogar eine linke Generation. Aber nicht wie unsere Großeltern sich das vorgestellt haben. Wir glauben an das Gute im Menschen wie in der Welt und glauben prinzipiell an ihre Veränderbarkeit (zumindest geben wir vor, dies zu tun), aber wir hoffen auch, dass es jemanden gibt, der uns unterstützt und letztlich unsere guten Überzeugungen umsetzt. Wir haben eine wohlhabende Elterngeneration, die uns das Leben geschenkt hat und uns das Leben zum Geschenk machen will. Deshalb erwarten wir auch einen wohlhabenden Staat, der uns zur Seite steht. Das ist das konservative Wesen meiner durchaus hoffenden, aber mutlosen linken Generation, die dem Begriff keine neue Energie geben kann (denn er steht nur noch für die niemals versiedende Unterstützung durch Vormünder). Nach uns wird er aussterben!

Das tiefgründigste Symbol meiner Generation ist der Lebenslauf.
Hinter ihm verstecken sich die geheimen Verästelungen der Möglichkeiten, die wir haben oder haben wollen. Ob nun Auslandsjahre, Au-Pair-Aufenthalte, freiwillige, ehrenamtliche Arbeit: Der Lebenslauf ist der beliebig zu befüllende Beweis für unsere Bereitschaft zu arbeiten oder beschäftigt zu wirken. Gute Noten gelten uns als vorbildlich, Benehmen im Alltag als tugendhaft. Wir sind wahre Streber aus Angst vor der Arbeitslosigkeit Am Wochenende dürfen wir aber – die Generation, die so sehr unter Leistungsdruck steht – all die Belastung von Bord werfen und uns verlieren in hedonistischer Sorglosigkeit. Wir feiern. Woche um Woche. Grundlos. Wir glauben, dies tun zu müssen.

Wenn andere von unserer Zukunft reden, dann sprechen sie vom Verzicht. Nichts wird so sein wie es einmal war! Die Welt dreht sich, nur anders als früher. Die Machtmonopole verschieben sich. Bedingungen ändern sich. Ängste und Sorgen verstärken sich. Wir werden die Generation sein, deren gebeutelte Psyche nur noch mit starken Beruhigungsmitteln versorgt werden kann, weil wir dem Existenzdruck, der auf uns lastet – und der den Bedürfnissen der menschlichen Seele nicht mehr adäquat erscheint – nicht genügen können, aber genügen müssen. Möglicherweise heißt Verzicht für uns auch, dass wir sicher geglaubte Wahrheiten unserer Vorfahren aufgeben müssen und vor der ethischen Prüfung stehen, die menschliche Seele abzuschaffen – weil sie nicht mehr in das Konzept der Wissenschaft vom Geiste passt.

Umweltbewusst versuchen wir uns zu verhalten, verhalten uns aber vor allem bewusst so, dass wir die Umwelt zu unserem Vorteil nutzen können. Ehrfurcht vor Umwelt und Natur haben wir, weil wir um die Gewalt der Natur wissen. Aber Liebe und Achtung? Wie kann man zur Liebe finden, wenn unser Lebensraum vor unseren Augen verdorrt, verdurstet und langsam aber vielleicht stetig verstirbt. Wir kennen die Natur nicht mehr, sie ist uns kein Begriff, denn unsere Welt lässt sich längst am Computer gestalten. Wir werden nicht mit den angedrohten Folgen des Klimawandels leben müssen – das werden unsere Kinder und Enkel. Die Generation, die entscheidet – die, als sie jung war, von der großen Liebe, Umbruch und größter Freiheit schwadronierte – muss etwas tun. Wenn wir handlungsfähig sind, dann sind die Weichen, so hoffen wir, bereits gestellt. Diesem trostlosen Lebensgefühl muss sich meine Generation unterordnen. So sind wir gelähmt und glauben, dass wir von der Reichhaltigkeit der Gegenwart das Maximum mitnehmen müssen (denn das Schwinden dieser Reichhaltigkeit wird uns ja angedroht). Das erklärt unser Verhalten, unseren Konsum.

Obwohl die Arbeitsplätze uns aus den Händen rinnen, sind wir zuversichtlich bis ins Mark. Chronische Optimisten. Es wird schon werden. Wenn es nicht wird, dann helfen unsere Eltern, hilft der Staat, ist Hilfe dort, wo wir sie kaum vermuten würden. Und weil wir so viel Unterstützung bekommen, versuchen wir unsere Kinder großzügig und freimütig zu erziehen. Meine Generation will Grenzen gesetzt bekommen. Deshalb akzeptieren wir die menschenunwürdigsten Arbeitsbedingungen, darum übersehen wir die unmenschlichen Methoden der Privatwirtschaft, darüber vergessen wir, dass für jede Freiheit auch in Zukunft gekämpft werden muss.


Im Übrigen akzeptieren wir sogar die unterschiedlichsten Wertevorstellungen. Harmoniebetrunken wollen wir jedem zugestehen, dass er sich selbst entfalten kann, auch wenn die schmerzliche Wahrheit das Gegenteil beweist: Nie war die soziale Herkunft wichtiger für das Weiterkommen in Beruf, Gesellschaft und Leben.
Wir wollen Sicherheit und Freiheit und lassen uns belügen, dass dies gleichzeitig möglich wäre. Freigiebig sind wir Spender für die im Elend lebenden Menschen. Unser schlechtes Gewissen ist groß – weil wir die Egoismen unserer Vor-Vorfahren nicht kennen, aber davon hören. Unsere Eltern führten einen Generationenvertrag, wollten die Leistungen ihrer Vorfahren mit entsprechender Leistungsbereitschaft belohnen; wir aber werden ihn kündigen müssen. Nicht, weil wir wollen, sondern weil wir nicht anders können werden.

Wir wachsen auf in einer Welt, die von den Naturwissenschaften regiert wird. Geistes- und Kulturwissenschaftler sind nur noch die hilfsbedürftigen Interpreten einer vorbestimmten Welt, die alles möglich machen kann, was der Geist für vorstellbar hält. Es liegt an meiner Generation, die ethischen Grenzen für die Zukunft zu setzen. Es werden andere sein als die unserer Vorgänger. Unsere Prüfsteine heißen nicht mehr Holocaust und Hiroshima. Sie sind vielgestaltiger und vor allem unübersichtlich, manchmal gar unsichtbar. Sollten wir hier die Toleranz und Harmoniesucht beweisen, die uns zum Positiven gereicht – die uns zu Kuschel-Kindern macht – dann verkennen wir die unwiderrufliche Gewalt des menschlichen Fortschritts, der von den Folgen nichts wissen will. Vor der Krisenhaftigkeit unserer Gegenwart flüchtend, erkennen wir vielleicht nicht den Handlungsbedarf.

Meine Generation und ich werden über gewaltiges Wissen verfügen. Milliarden von Zeilen werden für immer abgespeichert sein. Kein Bibliotheksbrand wird in der Lage sein, dieses zu zerstören. Doch was bringt uns der immerwährende Zugriff auf Wissen? Wie Piraten wildern wir in den Vorräten anderer Kulturen, rauben das zusammen, was uns für sinnvoll erscheint und vor allem, was logisch zusammenpasst. Wissen ist kein Zustand, Wissen unterliegt einer eigenen Dynamik. Sollten wir verkennen, welche Tücken modernste Wissensvermittlung hat (wir wurden unterhaltsam gelehrt und lehren noch unterhaltsamer, um den kleinsten Nenner noch zu verkleinern), dann könnte es sein, dass wir Wissen verderben wie überschüssig gelagerte Lebensmittel, die als Proviant gedacht waren.

Die Probleme unserer Zeit sind versteckt unter dem Deckmantel der Möglichkeiten. Wir öffnen Märkte und Welten, erbauen Hochhäuser und plätten Dörfer, sinnieren über die Zukunft und die Lehren der Vergangenheit – wir öffnen Zäune für die einen, und bauen Mauern für die anderen. Dieser Dualismus der Globalisierung, der nur ans Morgen denkt und an den Erfolg des Fortschritts, ist unsere Religion. In stumpfsinniger Nostalgie vertrauen wir auf Altbewährtes, das als Ideologie unfehlbar erscheint und huldigen dazu dem noch unverstandenen Neuen. Makaber ist dann die Mischung aus Wildwuchs und Zierpflanze.

Wir, die Kuschelkrisenkinder, leiden unter einem melancholisch-schwachen Selbstbild, wir spüren die Unsicherheit über die Vergangenheit und betrauern den Verlust endgültiger Wahrheiten.
Wir blicken mit den unschuldigen Augen des Kindes in die wüste, krisenbehaftete Welt und wünschen uns so sehr die Nähe – die unserem Leben immer mehr entgleitet und in der Anonymität des Großstadtlebens versinkt.