20. Februar 2017

Abenteuer in der Welt der Wissenschaft

Als ich noch ein Pimpf war, sammelte ich „Projekt X“-Hefte. „Abenteuer in der Welt der Wissenschaft“ stand auf den Pappschubern, in denen sich neben einigen Sammelblättern für einen Ordner auch Poster, Bastelbögen und so manch andere Gimmicks befanden. 

Alle 14 Tage erschien eine neue Ausgabe, immer mit einem anderen Thema. Darunter gab es solch weitläufigen Kategorien wie „Unsere Ozeane“, „Licht“, „Sport und Fitness“, „Wetter“ oder „Kriminalität“. Man fantasierte sich mit dem Heft aber zuweilen auch „Ins Unbekannte“. 

Erschienen war die Reihe bei Marshall Cavendish in Hamburg, das in den 90er-Jahren viele großartige Sammelserien herausgab, darunter „Im Reich der Urwesen“ (das mich das erste und möglicherweise letzte Mal dem Fantasy-Genre näher brachte), „Faktor X“ (das meine durch „Akte X“ geweckte Leidenschaft fürs Unerklärliche vorzüglich bediente), sowie „Im Herzen der Klassik“ (das mir zeigte, dass es Gebiete gibt, die möglicherweise im Leben selbst bei besten Absichten nicht hinlänglich erforscht werden können). 

Ich habe in jungen Jahren immer vergeblich gesammelt. Irgendwann verlor ich nämlich die Lust. 

Keiner dieser Reihen, von denen auch heute noch Jahr für Jahr welche erscheinen (allerdings aus anderen Verlagen und oftmals eher an bestimmte Käufertypen gerichtet), ist nämlich vorangestellt, wann sie enden werden. Das hat mich immerzu gequält. Als würde man ein Buch lesen, von dem man nicht weiß, wie viele Seiten es tatsächlich besitzt. Kein produktiver Umgang mit Abfall.

Obwohl ich einige Jahre später mit „Faszination Wissen“ einer weiteren Enzyklopädie für Jugendliche vergeblich hinterher sammelte, trauerte ich, dass es mir nicht gelang, das „Projekt X“ zusammen zu halten. Erst hatte mir meine Mutter verboten, eine Ausgabe der Reihe zu kaufen. Das Thema war „Waffen“ - und sie wollte einfach nicht verstehen, warum ein Kind darüber Bescheid wissen müsse. Dann hatte ich auf ein Heft mit dem Thema „Bautechnik“ verzichtet, weil mir selbst nicht einleuchtete, was daran interessant sein könnte. Stattdessen kaufte ich mir lieber ein Yps-Heft, in dem sich als Beigabe Püree mit Knusperstücken befand.