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Tränenenthemmt

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Heldenplatz

Wer nicht hart zu seinen Helden sein kann, der kann auch nicht hart zu sich selbst sein.

Zwei Arten: Nutella-Esser

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Von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet, gibt es eigentlich nur zwei Arten von Menschen. Die einen delektieren sich an Nutella, als wäre es eine Wunderwaffe im Kampf gegen den grauen, geschmacksterroristischen Alltag. Diese Menschen lassen das Brot auch einmal beiseite und greifen gierig mit dem Löffel zu. Manchmal sogar, wenn Schlaflosigkeit oder die Blase quälen, nachts. Wenn sie sich ein Brötchen mit Schokocreme gönnen, dann verputzen diese Schleckermäuler ihren Feinkostaufstrich mit geradezu neurotischer Penibilität. Kein bräunlicher Kleckser windet sich später um ihre nach der Mahlzeit stets auffällig strahlenden Lippen.  Die anderen verzweifeln an der robusten Kakaomasse, weil sie ihnen schon vom Messer auf den Boden tropft. Nuss und Nougat wollen sie in dem Frühstücksklassiker von Ferrero nur am Rande herausschmecken. Dass Fett und Zucker glücklich machen (wenigstens für einen reuebefreiten Augenaufschlag),  wissen sie zwar aus eigener Erfahrung. Doch so re...

Verachtung

Die Verachtung wuchert unaufhörlich vor sich hin.

Walk Unafraid

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Liebe und Lachen

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Noch bevor der Mensch als Kind lernt, welche Rolle die Liebe , zunächst das Geliebtwerden, später das Lieben, für sein (Über-)Leben spielt, ergreift er das Lachen als wesentliches Spiel des Daseins.  Als Säugling glaubt er an die Unverstelltheit der sich öffnenden Mundwinkel – ein lügendes Lachen käme ihm nicht in den Sinn. Als Heranwachsender probt er selbst das schauspielernde Grinsen (man beobachtende das verschämte, freche Strahlen nach einer aufgeflogenen Lüge), bis es schließlich zur Ressource wird, der Welt wissend und heiter zu begegnen und andere Menschen um einen herum für sich zu gewinnen oder ihnen vom eigenen Glück ohne Worte zu erzählen .  Recht eigentlich ist dem ehrlichen und offenen Lachen, das neben dem klagenden, Hilfe suchenden Weinen und Schreien die erste Emotion ist, die der Mensch ohne Anstrengungen aus seinem Inneren herausschält, um zu bleiben, viel eher zu vertrauen als den launenhaften Herzensergießungen.  Aber wie bei allen Dingen, die ohne M...

Perlen vom Meeresgrund

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Manchmal, aber nur selten, öffnet sich im Kino eines bestimmten Landes ein Spalt für Außergewöhnliches. Dann entwickelt sich mitunter, von mutigen Experimenten angetrieben, eine ganz eigene, neue Filmsprache. So strahlten der deutsche Expressionismus oder der italienische Neorealismus weit über die Grenzen der heimischen Lichtspielhäuser hinweg. Denkt man an solche Neuen Wellen, fällt der Blick immer noch auf Frankreich in den späten 50er- und frühen 60er-Jahren – auf Godard, Truffaut und Rivette. Mit der französischen Nouvelle Vague wuchs das Verständnis dafür, dass eine kleine Elite von Filmemachern in der Lage sein konnte, den Blick auf das, was Filmkunst ist, für immer zu verändern.  Zu jenen zahlreichen Bewegungen, die in den Sechzigern das Kino aufrüttelten, gehört aber auch die Tschechoslowakische Neue Welle. Sie ist ein wundersames, aber viel zu wenig beachtetes Beispiel dafür, was Künstler in einer repressiven Gesellschaft anstellen können, wenn für einen kurzen Zeitraum d...

Wenigstens

Wenn es schon mit der Hoffnung schwierig wird, hilft wenigstens Zuversicht. 

Blütenpflaster

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Laute und leise Wünsche

Der eine posaunt seine Wünsche nahezu täglich laut heraus, der andere bringt sie kaum einmal über die Lippen. 

Laut lachend aufgewacht

Einmal träumte Adorno:  „Ich hörte Hitlers unverkennbare Stimme aus Lautsprechern tönen mit einer Ansprache: 'Da gestern meine einzige Tochter einem tragischen Unglücksfall zum Opfer gefallen ist, so ordne ich zur Sühne an, dass heute sämtliche Züge entgleisen.' Laut lachend aufgewacht.“

Die heilende Kraft des Zähneputzens

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Wenn das Leben außer Takt gerät, dann wird oftmals zuerst auf das tägliche Zähneputzen verzichtet. Einmal nicht mit der Bürste hantieren, kann ja nicht so schlimm sein. Ein paar Minuten am Tag. Gespart. Aber warum wird ausgerechnet an der Dentalhygiene geschraubt? Neben den täglichen Dringlichkeitsverrichtungen ist diese Waschung doch von eigentümlicher Geometrie.  In der Dusche oder Wanne gibt es ja stets einen neuen Rhythmus. Der Waschlappen verträgt sich gut mit der Improvisation. Aber das Gebiss wird ab einem bestimmten Alter ganz mechanisch fast immer gleich bearbeitet. Selbst die Menge an Zahnpasta, die auf das analoge oder digitale Borstengestell aufgetragen wird, bleibt fast immer ähnlich, je nach Schaumbedürfnis und Vorliebe für die richtige Zahncreme. Die Minznote ist entscheidend. Manche mögen es scharf, andere akzeptieren es salzig, wenn nur die Inhaltsstoffe stimmen.  Dann rotiert die Bürste. Rechts, links, im Uhrzeigersinn, im 4/4-Takt, mal mit federnder Leichtig...

OmU

Es gibt sie seit dem Beginn des Streaming-Zeitalters viel häufiger als früher: Diese Typen, die behaupten, sie würden sich alles, was sie sehen, nur im Original-Ton anhören. Sie meinen damit oft, dass sie, weil sie dieser Sprache mächtig sind, alles in Englisch verfolgen, weil es sich ohne Synchronisation völlig anders anhörte.  Damit haben sie natürlich recht, denn der Übertragungsprozess in eine andere Sprache bringt Kürzungen und emotionale Verschiebungen mit sich. Man hört es am schönsten, wenn etwa deutsche Schauspieler, die in Hollywood reüssieren, ihre eigenen Filme synchronisieren. Manche kokettieren möglicherweise sogar mit diesem Fremdheitseffekt, jedenfalls sollte man das für die launigen Übersetzungssprachleistungen von Christoph Waltz als Ironievariante nicht ausschließen.  Trotz dieses natürlich auch als Distinktionsgewinn zu verstehenden Rezeptionsverhaltens - man hört es immerhin manchmal noch bei französischen, italienischen oder spanischen Filmen und Serien, ...

Die Nacht singt ihre Lieder

Schriftsteller sind eitel, und auch wenn sie etwas anderes behaupten, sie empfinden sich stets im manchmal gar schmerzhaften Konkurrenzkampf mit anderen Autoren. Kritikern geht es nicht anders, sie loben die einen etwas zu wenig und verdammen die anderen etwas zu sehr. Oder andersherum, je nach Perspektive.  Wenn man nicht die Vorstellung von der schleichenden Zersetzung bürgerlicher Hochkultur teilen will, dann ist die Ankündigung, wer alljährlich den Literaturnobelpreis bekommt, einer der wenigen Festtage für jene, die lesen, weil es für sie zum Leben dazugehört. Verlage und Buchhandlungen freuen sich sowieso, denn der oder die Gekrönte verkauft schlagartig so viel mehr, dass sich schon so ein goldener Herbst ankündigt.  Dieses Jahr hat es den Norweger Jon Fosse getroffen. Ob es ein Glücksfall ist, den Preis zu erhalten, kommt auf den Charakter und auch das Alter der Ausgezeichneten an, vielleicht auch auf deren Geldkonto. Manche genießen still, andere hören auf zu schreiben...

Hineinkriechen

Kaum etwas bestimmt den Menschen im Innersten so sehr wie die eigene Beziehung zum Schlaf. 

Wer hat Angst…?

Wer hat Angst vor HIV? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Apple? Niemand, niemand. Wer hat Angst vorm Wolf? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Google? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Atemnot? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Islamisten? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Pädophilen? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Nasenbluten? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Spinnengetier? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor dem ersten Kuss? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor ejaculatio praecox? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor dem Staatsbankrott? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor den letzten Gründen? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor einem Schuss ins Herz? Niemand, niemand.

Verrückt, depressiv und schlecht in Mathe

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Geschnappt

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Wer einmal Zotter probiert, isst keine andere Schokolade mehr

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Als Kind ist man der Schokoladen-Mafia ja ziemlich schutzlos ausgeliefert. Milka, Ritter-Sport, Mars, M&Ms, natürlich Ferrero (der Name Kinderschokolade gehört eigentlich verboten, so suggestiv und aggressiv ist er) – sie alle investieren Millionen für Werbung. Und wenn Mutter und Vater sich für eine Bio-Fair-Trade-Bitterschokolade-Erziehung entscheiden, dann werden die Großeltern trotzdem zu den einschlägigen Varianten greifen. Sie haben sie ja in ihrer Jugend selbst genossen. Irgendwann, wenn der Geschmack sich soweit eingerichtet hat, dass einige Marken glühend verehrt und andere kühl abgelehnt werden, begreift man, dass es bei Schokoladentafeln auch auf Konsistenz, Farbe, Geruch und Haptik ankommt. Vom Geschmack wäre da noch gar nicht zu sprechen. Es mag mal eine Zeit gegeben haben, da fanden sich nur zwanzig Sorten im Tante-Emma-Laden und man entschied sich zwischen Nuss und Vollmilch. Das ist definitiv vorbei. Schokolade ist schwarzes Gold, sie wird in rauen Menge...

Überleben

Alle großen Geschichten sind Geschichten des Überlebens.