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Hineinkriechen

Kaum etwas bestimmt den Menschen im Innersten so sehr wie die eigene Beziehung zum Schlaf. 

Wer hat Angst…?

Wer hat Angst vor HIV? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Apple? Niemand, niemand. Wer hat Angst vorm Wolf? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Google? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Atemnot? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Islamisten? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Pädophilen? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Nasenbluten? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Spinnengetier? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor dem ersten Kuss? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor ejaculatio praecox? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor dem Staatsbankrott? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor den letzten Gründen? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann? Niemand, niemand. Wer hat Angst vor einem Schuss ins Herz? Niemand, niemand.

Verrückt, depressiv und schlecht in Mathe

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Geschnappt

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Wer einmal Zotter probiert, isst keine andere Schokolade mehr

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Als Kind ist man der Schokoladen-Mafia ja ziemlich schutzlos ausgeliefert. Milka, Ritter-Sport, Mars, M&Ms, natürlich Ferrero (der Name Kinderschokolade gehört eigentlich verboten, so suggestiv und aggressiv ist er) – sie alle investieren Millionen für Werbung. Und wenn Mutter und Vater sich für eine Bio-Fair-Trade-Bitterschokolade-Erziehung entscheiden, dann werden die Großeltern trotzdem zu den einschlägigen Varianten greifen. Sie haben sie ja in ihrer Jugend selbst genossen. Irgendwann, wenn der Geschmack sich soweit eingerichtet hat, dass einige Marken glühend verehrt und andere kühl abgelehnt werden, begreift man, dass es bei Schokoladentafeln auch auf Konsistenz, Farbe, Geruch und Haptik ankommt. Vom Geschmack wäre da noch gar nicht zu sprechen. Es mag mal eine Zeit gegeben haben, da fanden sich nur zwanzig Sorten im Tante-Emma-Laden und man entschied sich zwischen Nuss und Vollmilch. Das ist definitiv vorbei. Schokolade ist schwarzes Gold, sie wird in rauen Menge...

Überleben

Alle großen Geschichten sind Geschichten des Überlebens. 

Geschmackssache

Der schmale Grat zwischen hinreißend und anmaßend.  

Angebissen

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Krieg und Frieden

Im Krieg ist den Beteiligten der Gedanke verschlossen, dass auch die Niederlage Frieden bringen könnte. 

Lauert im Freien die Gefahr?

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Nur ein Beispiel für die Macht irrationaler Ängste: Seit vielen Jahren nimmt die Zeit, die Kinder spielend in der Natur oder wenigstens an der frischen Luft verbringen, dramatisch ab. Die negativen Folgen sind gut dokumentiert und reichen von motorischen Mängeln über Defizite emotionaler Stressbewältigung bis hin zur Neigung, mehr mit Bildschirmgeräten zu machen.  Der Volksmund spricht hier von Teufelskreis, der Psychologe hat auch eine gewaltige Beleglage in die andere Richtung anzubieten.  Das Auseinandersetzen mit äußeren Reizen, das Greifen nach Regenwürmern und Baumrinden, das Schwimmen in Flüssen, das Kicken im Morast und Schlafen unter Sternen mit nächtlichem Mückengebrumm gibt der Gehirnentwicklung einen derart nachweisbaren Schub, dass jede Ersatzfunktion und Bildungsanstrengung, egal ob virtuell oder nicht, dagegen verblasst.  Und warum wird dieser Gewinn, der in der Regel außer Überwindung nicht einmal etwas kostet, so offensichtlich verschenkt? Nun, das Spiele...

Langzeitstudent

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Achtung: Es wird gleich schön und anstrengend

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Prolog Auf der Liste der Dinge, die meine Eltern scheuten wie der Beamte unbezahlte Überstunden, gehörte immer das Abonnement. Bloß nichts abschließen, man könnte ein Leben lang gebunden sein, ohne je wieder davon loskommen zu können. So vermittelten sie es mir zumindest. Deshalb versuchte ich sie also vergeblich zu überreden, mir die Micky Maus, P.M. oder den Kicker nachhause liefern zu lassen (es reichte dann in Jugendzeiten irgendwann immerhin zur SportBild, auch wenn ich immer noch die panische Vorsicht in Erinnerung habe, die sich in den Augen meiner Mutter abzeichnete, als sie den ausgeschnittenen Aboantrag ausfüllte).  Ich wurde so zwar zum besten Kioskkunden, den man sich vorstellen kann („kaufst du dir jeden Tag ein Heft?“, verspottete man mich auf dem Schulhof), aber spätestens seit dem ersten Zeitungsabo habe ich die eingetrichterte Furcht vor der garantierten Lieferung von bedrucktem Papier eingestellt. Ich habe es nicht bereut - und ein Zeitungsabonnement hat ja noch j...

Invasion der Barbaren

Das intellektuelle Gebrechen der neuen akademischen Mittelklasse ist der grundsätzliche Glaube daran, dass eine Welt möglich sein könnte, in der es keine körperlichen und psychischen Schmerzen, keinen sexuellen Missbrauch, keine erzwungene Unterdrückung von Wünschen, keine Umweltverschmutzung, keine Tierquälerei, keine ökonomische Ausbeutung und auch kein Gefühl der Zurücksetzung mehr gibt. Diese fromm-infantile Vorstellung, die vor allem von den Verheißungen des technologischen Fortschritts angetrieben wird, könnte prinzipiell Nahrung für einen neuen, derzeit noch utopischen Humanismus abgeben. Wäre sie nicht gepaart mit einer erschreckend hedonistischen Haltung, die Kreativität und einen ästhetisierten Lebensstil zur Grundlage des eigenen Handelns macht und damit die meisten Menschen, die dem Zwang der ständigen Neuerfindung des Selbst nicht entsprechen können, in die Depression jagt. Fetisch der Luxus-Mittelmäßigkeit Während sich die so unter Dauerstress gesetzten Erw...

Zuviel des Guten

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Der Klimawandel ist ein komplexes Themengebiet. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass es trotz gesicherter Faktenlage Hunderter wissenschaftlicher Einrichtungen selbst von einigen regierenden Politikern geleugnet und von einer Gruppe von Menschen als Highway To Hell interpretiert wird.  Zwei ins intellektuelle Nichts sich streckende Extreme eines dann doch wieder simplen Phänomens: Wenn etwas dauerhaft als Krise bezeichnet wird, was sich als Prozess mit vielen Abstufungen und statistischen Unsicherheiten (oder schlicht unbekannten Folgewirkungen) zeigt, dann überfordert dies den Geist im Grunde fast aller, es sei denn, sie neigen zur Prophetie. Aber wer tut das schon? Von der sich verändernden Biodiversität, die letztlich eine noch viel gewaltigere und schleichende Katastrophe für den Homo sapiens ist, wäre da noch gar nicht gesprochen. Viel hingegen ist die Rede von neuen Trockenzeiten. Wochen ohne Regen. Verdorrte Pflanzen und Bäume und sandige, versäuerte Böden.  Es gibt...

Verfangen

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Weg damit

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Man versuche es einmal und betrachte das Leben unter der Perspektive des Wegwerfens. Was nicht mehr gebraucht wird, was verfault, vergeht, sich nicht mehr eignet oder zu viele Fragen stellt, wird entsorgt. Jeden Tag wird der Mülleimer voller, wehe, wenn er nicht geleert wird.  Die Asketen und Neurotiker sortieren am meisten aus. Den einen ist alles zu viel, das nicht bereichert (und was bringt schon wirklich einen Mehrwert über den eigenen Nutzen hinaus?), und sie stopfen die Tonnen voll, schütten das für Unnötig erklärte auf die Straße und stellen den Krimskrams in blauen Plastiktüten verpackt vor die Second-Hand-Läden. Den anderen schüttelt es, wie schnell ein Stück Brot verschimmelt , wie Bakterien und Schmutzpartikel sich über alles hermachen wie Pilze über einen morschen Baumstamm. Chemisch Erzeugtes kommt vielen gar nicht erst in die Tüte, zur Not wird es gleich wieder in den Wald getragen, wo manch Wildtier es aufliest und gleich an einem anderen Platz wieder abträgt.  ...

Mensch und Welt

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„Je weniger menschlich die Welt ist, desto mehr kommt es dem Künstler zu, an die Beziehung zwischen Mensch und Welt zu glauben und die anderen zu diesem Glauben zu veranlassen.“ Roberto Rossellini 

Geheimnisse

Wer Geheimnisse hat, geht mit den Geheimnissen anderer vorsichtig um.

Vom Wissen um die Grenzen der Liebe

Die Liebe gelangt schnell an ihre Grenzen. Wohl denen also, die von den Mauern der Vorstellung des Liebens und Liebenmüssens Kenntnisse gewonnen haben.  Noch wichtiger mag aber das Wissen um den Limes der eigenen Liebesfähigkeit sein. Diese unter oft schmerzhafter Selbstreflexion herauszuschälende Erkenntnis ist sogar noch bedeutender für das eigene Glück als das Deuten der Liebesbedürftigkeit und des Liebenkönnens der Menschen, die einem Herz und Schicksal anvertrauen. Wie man nun aber mit der Vergegenwärtigung dieser nicht zu überwindenden Zäune umgeht, mag auch eine Frage der Lebenserfahrung sein.  

Trübsal

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