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Lachend vereint

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Weißt du noch, wie wir einst gemeinsam die Schulbank drückten? Eigentlich kannten wir uns kaum, und so ist es nur verständlich, dass wir uns irgendwann, als die Lernzeit endlich vorbei war, aus den Augen verloren.  Doch noch heute erinnere ich mich an jene kurzweiligen Stunden, als wir nebeneinander sitzend den heiligen Ernst und die Garstigkeit so mancher Unterrichtseinheit in Geschichte und Deutsch hinweg lachten. Manchmal waren wir so laut beim Wettlächeln, dass es einen Rüffel hagelte. Einmal wurden wir sogar auseinandergesetzt - und grinsten doch gemeinsam weiter.  Ich habe viele Menschen bis auf den Grund ihrer Seele gesehen. Von dir weiß ich nicht einmal, wie und wo du jetzt lebst. Doch die Verbundenheit, die sich durch unsere geteilte Lust am Lachen, am Absurden, am sinnfreien Schabernack, ausdrückte, habe ich nie vergessen. Auch nicht deine innige Umarmung, als wir uns einmal, im Grunde zufällig, wieder sahen.  Für J. 

Wir amüsieren uns zu Tode

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Kinder lachen 300 Mal am Tag, sagt man. Ganz einfach nachzuweisen ist das nicht, die Studienlage ist brüchig. Die Großen, so heißt es, giggeln tagsüber gerade einmal 30 Mal (was bei 6-8 Stunden Schlaf nicht einmal ein Lacher in 60 Minuten ist).  Vielleicht tun sie es inzwischen sehr viel häufiger, nur blicken sie dabei nicht in andere Augen, sondern auf einen Bildschirm. Da werden Memes und Videos gefeiert, doch es ist meist keine spontane und unbefangene Erheiterung wie bei den Kleinen im Spielmodus.  Stattdessen entlädt sich höchstens ein belustigtes Mundwinkelzittern. Kein Wunder: Es ist kein Feixen mit anderen (interpersonales Lachen), es gebärdet sich als Selbstlachen (Stimuluslachen), das durch permanente Wiederholung immer gleicher Affekte erzeugt wird. Weil es nur einen schwachen Reiz auslöst, muss es unaufhörlich wiederholt werden, damit ein Befriedigungseffekt erzielt wird. Die Folge: Wir haben das Gefühl, uns ständig amüsieren zu MÜSSEN. Passend zu den Algorithmen,...

Glücksblicke

In der Schulzeit halfen manchmal ganz unschuldige Augen-Blicke über das Unbehagen hinweg, ohne Sinn und Verstand Lebenszeit zu verschwenden. Im Unterricht wanderte die Aufmerksamkeit von der wabernden Wissensmasse zu dem Augenpaar hinüber, das gegenüber nach einem Gleichgesinnten Ausschau hielt. Oder zufällig sich einladen ließ. Gefunden, einander begrüßt. Mit einem Lachen, das gleichsam einen lichtdurchfluteten Ausweg aus dem Bildungsgefängnis wies und für einen Moment den geradezu elektrisierenden Ausbruch aus dem Alltag sogar zur Möglichkeit erklärte. Ein beliebig wiederholbares Glück, das sich im Grunde mit jedem teilen ließ, der sich auf dieses Spiel einlassen wollte. Kommunikation, zwecklos und schön. Doch mit Überwindung der Schulmauern verblasste diese ganz eigene, selbstverständliche Lachkultur. Sie fand keine Fortführung mehr. Jedenfalls keine, die nur dieses einfache Wohlbehagen, diese Schicksalsflucht will. Stattdessen Lachen mit Vorzeichen: Albernheit, Witz, Flirt, ...

Wer lacht, hat keine Angst!

Liebe und Lachen

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Noch bevor der Mensch als Kind lernt, welche Rolle die Liebe , zunächst das Geliebtwerden, später das Lieben, für sein (Über-)Leben spielt, ergreift er das Lachen als wesentliches Spiel des Daseins.  Als Säugling glaubt er an die Unverstelltheit der sich öffnenden Mundwinkel – ein lügendes Lachen käme ihm nicht in den Sinn. Als Heranwachsender probt er selbst das schauspielernde Grinsen (man beobachtende das verschämte, freche Strahlen nach einer aufgeflogenen Lüge), bis es schließlich zur Ressource wird, der Welt wissend und heiter zu begegnen und andere Menschen um einen herum für sich zu gewinnen oder ihnen vom eigenen Glück ohne Worte zu erzählen .  Recht eigentlich ist dem ehrlichen und offenen Lachen, das neben dem klagenden, Hilfe suchenden Weinen und Schreien die erste Emotion ist, die der Mensch ohne Anstrengungen aus seinem Inneren herausschält, um zu bleiben, viel eher zu vertrauen als den launenhaften Herzensergießungen.  Aber wie bei allen Dingen, die ohne M...

Laut lachend aufgewacht

Einmal träumte Adorno:  „Ich hörte Hitlers unverkennbare Stimme aus Lautsprechern tönen mit einer Ansprache: 'Da gestern meine einzige Tochter einem tragischen Unglücksfall zum Opfer gefallen ist, so ordne ich zur Sühne an, dass heute sämtliche Züge entgleisen.' Laut lachend aufgewacht.“

Mr. und Mr. Smiley

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Close Up (22): Unbeschwert

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