25. Juli 2011

Obszönitäten unserer Epoche

Es ist obszön: Ein 32-jähriger Mann plant neun Jahre einen terroristischen Amoklauf, schreibt über drei Jahre ein wirres Pamphlet mit einem unfassbaren Umfang von 1516 Seiten, inszeniert sich im Internet als faschistischer Märtyrer-Ritter, und schafft es in wenigen Stunden, eine ganze Nation zu verwunden, in dem er eine Autobombe im Regierungsviertel Oslos explodieren lässt, um dann seinen zerstörerischen Tötungstrieb auf einer kilometerweit entfernten Insel mit dem wahllosen Erschießen von Jugendlichen fortzusetzen.

Wie will eine Gesellschaft, höchstens noch vorbereitet auf den hasserfüllten islamistischen Terrorismus, auf die Monströsität einer solchen Handlung reagieren, die ihren Zweck nur darin hat, Nachahmer zu finden? Wie will das Strafrecht auf diesen narzisstischen Wahn reagieren, wo sich doch kein Referenzwert finden lässt?