Die Eulen sind nicht das, was sie scheinen
Gerade einmal 428 Tage liegen zwischen der Erstausstrahlung des Pilotfilms von „Twin Peaks“ und der letzten Folge der (zunächst finalen) zweiten Staffel. Dann war 1991 auch schon Schluss, nach nicht einmal 30 Episoden. Zwischen der tot in Plastikfolie eingewickelten Laura Palmer und FBI-Agent Cooper, dem im Spiegel das absolut Böse (BOB) entgegenlacht, schrieben David Lynch und Mark Frost Fernsehgeschichte. Die Serie wurde zum popkulturellen Phänomen, das selbst Queen Elizabeth II. brennend interessierte. Aber sie war dem ausstrahlenden Sender ABC nicht geheuer. Erst pochte man auf eine schnelle Auflösung, wer die Schulschönheit ermordet hat, schließlich empfand man die Mischung aus absurdem Drama und Kirschkuchen-Kitsch als zu ausufernd, um fortgesetzt zu werden. Doch auch wenn „Twin Peaks“ vom Schirm verschwand, die Anhänger wollten nicht loslassen. Sie hielten das fiktive Städtchen mit angeblich 51.201 Bewohnern, deren faszinierendste Vertreter man einige Stunden la...