10. Juli 2007

Imitatio

Beschäftigung mit Büchner. Beschäftigung mit Melancholie. Warum greift die Hand der unbegreiflichsten Schwermut wie wüst in die hilflose Seele, wenn wir uns mit dem beschäftigen, was uns antreibt? Ich kann nicht ein noch aus bei einem Thema, das doch so selbstverständlich geworden ist, mein Leben dominiert und das ich bis in die hintersten Winkel seiner absurden Existenz ergründen will – muss! So bin ich wie ein Spiegel der Stimmung, die ich nur erforschen will und falle tief und tiefer in das gut gepflegte Loch meines Herzens. Aber ich erkenne auch. Und dafür bin ich dankbar; auch wenn dies bedeutet, dass ich stille Tränen weinen muss, während ich mich selbst verstehe und dadurch auf den Boden der Einsamkeit meiner Existenz zurückgeworfen bin. Erhaben und doch unendlich traurig. Glücklich aber zugleich, weil ich weiß, dass ich meinem Wurzelgrund ein wenig näher treten kann.